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Austria Glas Recycling: nachhaltig erfolgreich © BMBF/Willy Haslinger
© BMBF/Willy Haslinger

29.05.2015

Austria Glas Recycling: nachhaltig erfolgreich

Glück und Glas Die Austria Glas Recycling GmbH (AGR) bleibt ihrem Weg treu, ihr Business (auch) als Investition in soziale Verantwortung, Umwelt- und Klimaschutz zu betrachten. U.a. wurde das Unternehmen in Brüssel als europäisches Best Practice-Beispiel präsentiert und ausgezeichnet.

Wien. Die Vision des Harald Hauke: „Das große Ziel der Austria Glas Recycling ist es, dass die Wirtschaft den Lizenztarif nicht nur als Kostenposition betrachtet, sondern als eine Investition in Umwelt- und Klimaschutz, in soziale Verantwortung und in regionale Arbeitsplätze und vor allem auch in ihre nachhaltige Wertschöpfungskette und in ihre eigene CSR-Strategie.”

Dieser ambitionierte Ansatz passe bestens zu einer nachhaltigen Wertschöpfungskette der Industrie und des Handels laut GRI G4 Sus-tainability Reporting Guidelines und CSR-Norm ONR 192500, sagt der AGR-Geschäftsführer im Exklusivinterview mit medianet. Austria Glas Recycling ist beispielsweise eine von zehn First-Mover Firmen, welche die CSR-Norm ONR 192500 in Österreich mitentwickelt haben, und eines von vier Unternehmen, die gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich das Porter-Konzept „Measuring Shared Value” für österreichische KMU erarbeitet haben.

Die CSR-Leistungsbilanz

•?Seit 2001 ist AGR EMAS-zertifiziert und hat bereits mehrmals den EMAS-Preis gewonnen.
•?Für den Nachhaltigkeitsbericht wurde AGR ebenfalls mehrmals mit dem ASRA (Austria Sustainability Reporting Award) ausgezeichnet.
•?Im April 2014 wurde das Grünbuch „Best in Glass – nachhaltiges Recycling von Glasverpackungen in Österreich” veröffentlicht.

„Im März haben wir im Rahmen des 2. Austria Glas ReCIRCLE ein Buch mit Zeichnungen und Geschichten von Schulkindern (3. und 4. Klasse Volksschule) präsentiert”, erzählt Hauke. Im Juni findet der 10. Stakeholder-Dialog der AGR statt, wobei der Mensch in seinen unterschiedlichen Rollen als Träger einer nachhaltigen Entwicklung im Mittelpunkt steht. „Auch das ist ein wesentliches Element der nachhaltigen Entwicklung des international viel beachteten österreichischen Glasrecyc-lingsystems”, würde Hauke das Know-how von Austria Glas Recycling durchaus z.B. im Rahmen eines Consultingauftrags seitens der EU exportieren können und wollen.

Best Practice in der EU

Allerdings wird das wohl noch ein Weilchen dauern, wenn man sich die Recyclingresultate und noch mehr das jeweilige gesellschaftliche Umfeld in manchen MOEL-Staaten ansieht.
Auf dem Heimatmarkt sieht die Situation ganz anders aus: 2014 konnten in Österreich erneut Top-Sammelergebnisse erzielt werden. 233.700 Tonnen Altglas wurden gesammelt und von der Verpackungsglasindustrie zu neuen Glasverpackungen verarbeitet.
„Pro Kopf gerechnet, bedeutet dies eine Sammelleistung von durchschnittlich 26,4 kg”, erklärt Hauke das heimische Glasrecyclingsystem als „Best Practice in der EU”, wofür die AGR im November 2014 im Europäischen Parlament in Brüssel präsentiert und ausgezeichnet wurde. Hauke: „Die konsequente Orientierung an der europäischen Umweltmanagementnorm EMAS sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung und Optimierung unseres Glasrecyclingsystems garantieren ökonomische wie ökologische Erfolge.”
Glasrecycling ist ein perfekter, 100%iger Kreislauf: Aus jedem alten Verpackungsglas wird in einem lückenlosen Recyclingprozess neues Glas geschaffen.
Durch den Einsatz von Altglas werden alljährlich beträchtliche Mengen an Rohstoffen einge-spart. So konnten 2014 z.B. rund 6.000.000 m3 Erdgas und rund 225.000.000 kWh elektrische Energie eingespart werden. Hauke: „Die Einsparung an elektrischer Energie entspricht dabei dem Jahresbedarf von ungefähr 51.000 Haushalten.”

Jedes Klirr wird gezählt

Nähere Infos dazu gibt's über die App „glasartig” – sie ist iPhone-Usern seit Ende 2014 bekannt und seit Kurzem steht sie auch der Android-Gemeinschaft zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Die App funktioniert über das Mikrofon des Handys: Wer zum Glasentsorgen eintrifft, startet die App, steckt das Handy wieder weg und legt los. Jedes Klirr, das durch das Einwerfen der leeren Flaschen zu hören ist, wird mitgezählt. Die App erkennt den Pegelunterschied – bei einem Ausfall des Mikros ist händisches Nachbessern möglich.
Registriert wird mittels E-Mail-Adresse bzw. per Facebook oder Twitter-Connect. Sammelmengen können so auch in Social Media-Netzwerken geteilt werden und andere zum Mitmachen motivieren.
Bei jedem Login werden alle bis-her gesammelten, persönlichen Alt-glasmengen sowie auch die gemeinschaftliche Sammelmenge angezeigt. „Und ganz nebenbei wird man dabei mit relevanten Glasrecycling-Informationen versorgt”, beschließt AGR-GF Harald Hauke das medianet-Gespräch.(pj)

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