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Weiteres Wachstum für IT- & Beratungsbranche © Astrid Bartel; Panthermedia.net/Jacek Fulawka
© Astrid Bartel; Panthermedia.net/Jacek Fulawka

03.07.2015

Weiteres Wachstum für IT- & Beratungsbranche

Rekordumsätze Die österreichischen Unternehmensberater, IT-Dienstleister und Buchhaltungsbetriebe erwirtschaften bereits mehr als 7% des heimischen BIP, sagt UBIT-Obmann Alfred Harl (oben). Die meisten Consulter stellen sich als EPU dem Markt, die größte Kundengruppe sind die Produktionsbetriebe.

Wien. Österreichs Unternehmensberater, IT-Dienstleister und Buchhaltungsbetriebe steigerten laut „UBIT-Radar” des WKO-Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) den Branchengesamtumsatz 2014 im Vergleich zum Jahr davor (2013) um 7,2% auf 23,60 Mrd. Euro.

„Seit 2008 konnte der Branchengesamtumsatz um mehr als 50% gesteigert werden”, sagt UBIT-Obmann Alfred Harl. „Knapp 7.400 Arbeitgeberbetriebe und mehr als 74.000 Beschäftigte zeigen, dass wissensbasierte Dienstleister die Wachstumsbranche der Zukunft sind.” Denn obwohl das reale Wirtschaftswachstum in Österreich im letzten Jahr laut Wifo nur 0,3% betrug, konnten insbesondere die Buchhaltungsberufe das höchste Umsatzwachstum von 8,8% auf 1,86 Mrd. € erzielen, gefolgt von den IT-Dienstleistern mit einem Plus von 7,2% auf 17,85 Mrd. und den Unternehmensberatern mit einem Wachstum von 6,6% auf 3,89 Mrd. €.

Mehr Beschäftigte

„Unsere Mitglieder haben im letzten Jahr rund 7% des österreichischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet und haben trotz hoher Arbeitslosenzahlen auch 2014 den Mitarbeiterstand weiter ausgebaut”, sagt Harl. „Mehr als 1.200 Beschäftigte haben im vergangenen Jahr einen neuen Arbeitsplatz bei unseren Mitgliedern gefunden.”
Konkret stieg die Zahl der unselbstständigen Beschäftigten 2014 um 1,7% auf 74.113 – und auch für 2015 sind in allen drei Berufsfeldern Erhöhungen im Personalstand geplant.
Hatte es bei den Arbeitgebern 2013 noch einen leichten Rückgang gegeben, so ging die Zahl im letzten Jahr mit einem Anstieg von 3,1% auf 7.393 Arbeitgeberbetriebe wieder aufwärts.
Die meisten Arbeitgeber stellt die Berufsgruppe der IT-Dienstleister mit 4.246 Betrieben, gefolgt von 2.429 Arbeitgeberbetrieben in der Unternehmensberatung und 718 in der Buchhaltung.
84% aller Arbeitgeberbetriebe im Fachverband UBIT beschäftigen weniger als 10 Mitarbeiter – der Großteil der Mitglieder des Fachverbandes UBIT, nämlich mehr als 80%, gehört zur Gruppe der Ein-Personen-Unternehmen. Ohne Berücksichtigung der freien Mitarbeiter lag der durchschnittliche Jahresumsatz 2014 in der Berufsgruppe Buchhaltung bei 39.153, in der Berufsgruppe Unternehmensberatung bei 97.682 und in der Berufsgruppe Informationstechnologie bei 109.326 € pro Kopf.

Umsatzbereiche im Detail

In der Berufsgruppe Unternehmensberatung wurde der größte Umsatzanteil (28,8%) mit „Managementberatung” realisiert, gefolgt von „Personalwesen” (17,4) und „Organisationsmanagement” (9,3%). Die Top-Umsatzbereiche in der IT lagen bei der „Entwicklung und Wartung von Individualsoftware” (29,7%), „Entwicklung, Anpassung, Einführung und Wartung von Standardsoftware” (13,6) und „IT-Beratung” (11,4%).
Die Berufsgruppe Buchhaltung erwirtschaftete 46,8% des Umsatzes 2014 im Bereich „Jahresabschlussaktivitäten”. Die Erlöse aus „laufenden” Buchhaltungsarbeitenlagen lagen bei 39% und jene aus der „Personalverrechnung” bei 14,2% des Umsatzes.

Exportquote erhöht

Der Großteil der Umsätze aller drei Berufsgruppen wird mit Kunden aus Österreich erzielt, wobei gewerbliche Auftraggeber die wichtigste Kundengruppe darstellen. Die größte gewerbliche Kundengruppe sind bei allen drei Berufsgruppen die Produktionsbetriebe: Buchhaltung (15,8%), IT-Dienstleistung (22,1) und Unternehmensberatung (39%). Die Exportquoten lagen 2014 in der Unternehmensberatung bei 19,4% des Umsatzes (Vorjahr: 22,4%) und im Bereich Informationstechnologie bei 18,8% (Vorjahr: 18,7%). (In der Berufsgruppe Buchhaltung spielen die Exporte praktisch keine Rolle.)
Für 2015 wird von allen Berufsgruppen ein weiteres Umsatzwachstum prognostiziert. Die Informationstechnologen rechnen mit 7,1, die Unternehmensberater mit 4,9 und die Buchhaltung mit 2,9%.
Die Auftragslage im ersten Quartal wird im Branchendurchschnitt als „(eher) gut” beurteilt, insbesondere in der Berufsgruppe Buchhaltung ist der Anteil der Unternehmen mit einer sehr guten Auftragslage mit 27,5% am höchsten.(red)

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