AUTOMOTIVE BUSINESS
Ära der Allianzen © AFP/Alain Grosclaude

Peugeot-Chef Carlos Tavares, Opel-Boss Karl-Thomas Neumann und GM-Präsident Dan Ammann demonstrierten Einigkeit.

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Peugeot-Chef Carlos Tavares, Opel-Boss Karl-Thomas Neumann und GM-Präsident Dan Ammann demonstrierten Einigkeit.

Redaktion 10.03.2017

Ära der Allianzen

Opel und Peugeot waren erst der Anfang: Die Chefs der ­großen Hersteller rechnen mit weiteren Zusammenschlüssen.

GENF. Waren Peugeot und Opel nur der erste Schritt? Geht es nach den Chefs der großen europäischen Autokonzerne, dann stehen der Autobranche in den kommenden Jahren jedenfalls weitere Allianzen und Zusammenschlüsse bevor. Fiat-Chef Sergio Marchionne, der seinen italienischen Autokonzern vor gar nicht so langer Zeit um Chrysler erweiterte, ist sich jedenfalls sicher: „Ich habe keine Zweifel, dass zu gegebener Zeit VW auftauchen könnte, um sich zu unterhalten”, so der Manager am Rande des Genfer Automobilsalons.

Undenkbares wird denkbar

BMW-Chef Harald Krüger schätzt die Situation ähnlich wie Marchionne ein: „Die Digitalisierung verlangt neue Allianzen”, denn „was an Anforderungen auf uns zukommt, ist schon ein gigantischer Sprung.”

Zusammen könnten Unternehmen neue Kompetenzen schneller und günstiger aufbauen und auch gemeinsame Standards schaffen. Der milliardenschwere Kauf des Kartendiensts Here durch Audi, BMW und Daimler sei nur ein Beispiel dafür. „In diesem Bereich sehen wir Allianzen, die früher nicht denkbar waren”, sagte Krüger.
Auch für Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn ist es „keine Überraschung, dass die Konsolidierung in der Autoindustrie weitergeht”. Die technischen Umbrüche und die erforderlichen hohen Investitionen seien Treiber dieser Entwicklung.

Eigenständigkeit wahren

Währenddessen bemühen sich Peugeot und Opel nach dem Zusammenschluss, ihre jeweilige Eigenständigkeit zu betonen. PSA-Chef Carlos Tavares sagte in Genf, Opel müsse als deutsche Marke erkennbar bleiben; das Geschäft der chronisch klammen ehemaligen GM-Tochter will er bis 2020 profitabel machen.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann sieht das – naturgemäß – ähnlich: „Es ist wichtig, dass Opel eine echte deutsche Marke bleibt, und dass Vauxhall eine echte britische Marke bleibt.” Neumann sieht die Zusammenarbeit mit PSA pragmatisch: „Wir werden von der Größe profitieren und von der gemeinsamen Entwicklung und Herstellung von Autos – zwei sehr starke Ingenieurteams bündeln ihre Kräfte.”

Finanzergebnisse im Vergleich

Welche Freiheiten der Opel-Chef dabei genießen kann, hängt laut Tavares von den nächsten Finanz­ergebnissen ab: „Mit der Freiheit ist es sehr simpel: Sie hängt stark von der Profitabilität ab – je profitabler du bist, desto mehr Freiheit hast du.”

Während Peugeot 2016 ein operatives Ergebnis von 2,61 Mrd. € einfuhr, setzte es für Opel zum 17. Mal in Folge rote Zahlen: minus 241 Mio. €. (red)

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