AUTOMOTIVE BUSINESS
Aufschwung ist in Gefahr © Arbeitskreis Automobilimporteure/Roman Zach-Kiesling

Felix Clary ist Sprecher der Automobilimporteure innerhalb der Industriellenvereinigung.

© Arbeitskreis Automobilimporteure/Roman Zach-Kiesling

Felix Clary ist Sprecher der Automobilimporteure innerhalb der Industriellenvereinigung.

09.10.2015

Aufschwung ist in Gefahr

Laut Burkhard Ernst, Sprecher des Fahrzeughandels, könnte der VW-Dieselskandal die Zulassungszahlen negativ beeinflussen.

WIEN. Der heimische Automobilhandel hat vier harte Jahre hinter sich und sieht nun den beginnenden leichten Aufschwung (nach schwachem Start ins Jahr stiegen die Zulassungszahlen zuletzt an) durch den Abgasskandal bei Volkswagen gefährdet. „Die Kunden sind verunsichert”, so Burkhard Ernst, Sprecher des Fahrzeughandels und Vorstand von Mazda Rainer. Die Manipulationen hätten die Branche überrascht; wie sehr sich das in den kommenden Monaten in Kaufzurückhaltung widerspiegeln werde, lasse sich laut Burkhard Ernst allerdings noch nicht sagen.

Generalverdacht unzulässig

Der Arbeitskreis der Automobilimporteure innerhalb der Industriellenvereinigung warnte allerdings davor, nun alle Autohersteller bei den Abgasmessungen von Diesel-Pkw unter Generalverdacht zu stellen. „Die Abgasmessung findet in Europa auf ganz andere Weise statt als in den USA. Es gibt aber natürlich auch bei uns noch Verbesserungsbedarf bei der Aussagekraft in Bezug auf den Realitätsverbrauch”, sagte der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, Felix Clary, und maß dabei dem absoluten Niveau des Schadstoffausstoßes aus Sicht der Kunden nur wenig Bedeutung ein.

Die Autokäufer wollen vor allem zwischen den verschiedenen Marken vergleichen, so Clary. Ob im Vergleich zum offiziellen Mess­ergebnis zehn Prozent mehr verbraucht werden, sei da „nicht so wichtig”. Trotzdem räumte Clary ein, dass „nun die Zeichen der Zeit erkannt wurden” und Abgastests künftig realitätsnaher gestaltet werden sollten.

Realität muss in die Prüfung

Für mehr Praxisnähe bei zukünftigen Schadstoffmessungen tritt auch ARBÖ-Technikchef Gottfried Moser ein: „Die Realität muss in die Prüfung”, sagte Moser gegenüber der APA. In der Werkstätte würden unter optimalen Bedingungen mit speziellen Reifen Verbrauchs- und Abgaswerte erzielt, die in der Praxis unerreichbar seinen. Auf Spekulationen, ob auch andere Hersteller Abgasmessungen manipuliert hätten, wollte sich Moser aber nicht einlassen. Das Vorgehen Volkswagens bezeichnete er als „große Täuschung” und „starkes Stück”. (red)

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