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Auto-Mobilität: Langsam kommt Strom in die Sache © AFP
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Redaktion 22.04.2016

Auto-Mobilität: Langsam kommt Strom in die Sache

BEÖ-Chef Jürgen Halasz blickt optimistisch in die Zukunft von E-Autos, der endgültige Durchbruch der Technologie stehe kurz bevor.

WIEN. Von einem Durchbruch sind wir noch weit entfernt, die Zulassungszahlen in den ersten drei Monaten des Jahres sind aber trotzdem sehr erfreulich: Aktuellen Zahlen der Statistik Austria zufolge wurden von Jänner bis März österreichweit 992 Elektroautos neu zum Verkehr angemeldet – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 398 Neuzulassungen mehr als doppelt so viele! Für Jürgen ­Halasz, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ), ist dieser Erfolg trotzdem nur die erste, sichtbare Spitze eines Eisbergs, der in den kommenden Jahren noch mächtiger an die Oberfläche drängen wird.

Gute Prognose für AUT-Zulieferer

„Mit der Sachbezugsbefreiung von Firmenautos gibt es einen ersten Ansatz in die richtige Richtung; immerhin sind 77 Prozent der neuzugelassenen Elektroautos Firmenfahrzeuge”, so Halasz, der eine Zahl von rund 175.000 Elektro­fahrzeugen auf österreichischen Straßen im Jahr 2020 für durchaus realistisch hält. „Durch die Förderungsmaßnahmen in Deutschland – es werden bis 2020 immerhin bis zu zwei Milliarden Euro an direkten Förderungen für Elektroautos ausgegeben – wird die Nachfrage nach Elektroautos steigen. Dies wird den Markt stimulieren, und den Marktgesetzen gehorchend werden sich die Preise der Fahrzeuge reduzieren; somit wird dies auch einen positiven Effekt in ­Österreich bewirken.”

Beim Marktdurchbruch helfen soll laut BEÖ auch eine Kaufprämie für Elektroautos: „Diese sollte für Privatpersonen und reine E-Autos (Anm.: also keine Hybride) gelten und anfangs ähnlich wie in Deutschland 5.000 Euro betragen”, so Halasz. Dieser Betrag könne dann in Folge schrittweise reduziert werden. Die Bevorzugung von E-Autos etwa bei Busspur-Benutzung oder Gratisparken sieht der BEÖ als wenig wirksam an.

Zahlreiche Auftraggeber

Unbedingt notwendig sei laut ­Halasz aber die Etablierung einer engmaschigen E-Auto-Infrastruktur, wobei Österreich hier aktuell bereits im europäischen Spitzenfeld mitspiele. „Das sogenannte Henne-Ei-Problem existiert unserer Meinung nach in Österreich also nicht mehr.” Die Infrastruktur sei bereits für deutlich mehr Fahrzeuge ausgelegt, vertraue allerdings noch auf unterschiedliche Standards.

„Als BEÖ propagieren wir das Laden mit drei Phasen, was derzeit nur wenige Fahrzeughersteller nutzen. Viele Elektroauto-Nutzer könnten damit an unseren Ladestationen durchaus beschleunigt laden, wenn es ihre Elektroautos unterstützen würden. Aber diesbezüglich sollte auch einiges in Bewegung sein, wenn man den Auto­herstellern Glauben schenken darf.”
Besonders vorbildlich sei in diesem Bereich laut Halasz die Initiative Ö-Hub. Dessen Ziel sei ein einfaches, anbieterübergreifendes Laden von E-Fahrzeugen an (halb)öffentlichen Ladestationen in ganz Österreich. „In Kooperation mit der Firma Hubject soll nicht nur das Laden über Bundesländergrenzen hinaus ermöglicht werden, es soll auch so einfach sein wie möglich – vergleichbar etwa mit Geldabheben am Bankomaten”, so Halasz.
Und weiter: „In Zukunft reicht ein einziger Vertrag und ein Zugangsmedium wie eine Karte oder ein Smartphone, mit dem die Kunden ihr eAuto an allen teilnehmenden Ladestationen auftanken können. Die elf Mitglieder des BEÖ sind allesamt Ladestationsbetreiber und werden ihre eTankstellen in dieses Netz einbringen.” (red)

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