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Conti schärft sein Rundumbild © Continental

Die Technologie ermöglicht ein erheblich umfassenderes und detaillierteres Bild der gesamten Fahrzeugumgebung.

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Die Technologie ermöglicht ein erheblich umfassenderes und detaillierteres Bild der gesamten Fahrzeugumgebung.

Redaktion 18.03.2016

Conti schärft sein Rundumbild

Continental erweitert sein Portfolio für automatisiertes Fahren durch Akquisition des Hi-Res 3D Flash LIDAR-­Geschäfts der Advanced Scientific Concepts, Inc.

LINDAU. Continental gab kürzlich im Media Webcast zum Geschäftsjahr 2015 die Übernahme des Hi-Res 3D Flash LIDAR-Geschäfts der Advanced Scientific Concepts, Inc. (ASC) mit Sitz in Santa Barbara, Kalifornien, bekannt. Die innovative Technologie erweitere laut dem Zulieferer das Portfolio an Umfeldsensoren für Fahrerassistenzsysteme, um im Zusammenspiel mit anderen Sensoren hoch- und vollautomatisiertes Fahren zu realisieren.

Ein wesentlicher Vorteil der Hi-Res 3D Flash LIDAR-Sensortechnologie liege darin – so Continental weiter –, dass eine 3D-Umfeld­erfassung in Echtzeit realisiert wird. Die Technologie ermöglicht damit ein erheblich umfassenderes und detaillierteres Bild der gesamten Fahrzeugumgebung sowohl bei Tag als auch bei Nacht und arbeitet auch bei widrigen Wetterbedingungen zuverlässig.

Sichere Realisierung als Ziel

Continental arbeitet eigenen Angaben zufolge „an einem Familienkonzept von Sensoren”, um die unterschiedlichen Anforderungen rund um das Fahrzeug abzudecken sowie eine funktionsoptimierte Darstellung und Segmentierung des gesamten Fahrzeugumfelds zu ermöglichen.

„Wir benötigen verschiedene Umfeldsensortechnologien, um die nächsten Stufen automatisierten Fahrens sicher realisieren zu können”, so Karlheinz Haupt, Leiter des Geschäftsbereichs Fahrerassistenzsysteme und Mitglied der Geschäftsleitung der Division Chassis & Safety bei Continental.
„Bereits heute verfügen wir über leistungsfähige und bewährte Technologielösungen in den Bereichen Radar, Kamera und Datenfusion. Die Hi-Res 3D Flash LIDAR-Technologie ist ein weiterer Baustein in unserem Technologieportfolio, um unsere führende ­Position bei der Entwicklung automatisierten Fahrens weiter zu stärken und auszubauen.”

Weitere Investitionen geplant

Mit der Übernahme werden die Mitarbeiter von ASC – überwiegend Ingenieure – als eigenes Segment mit Sitz in Santa Barbara den Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme verstärken. Continental plant längerfristig, in diesem Technologiebereich auf über 100 Ingenieure zu wachsen. Über den Kaufpreis haben beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

„Wir investieren weiterhin in die Entwicklung neuer Technologien, wie zum Beispiel in das automatisierte Fahren, die ein wichtiger Schritt hin zu einer sicheren, effizienteren und komfortableren Zukunft sind”, sagte Frank Jourdan, Mitglied des Vorstands der Continental AG und Leiter der Division Chassis & Safety.
„Die Unternehmensstrategie von Continental zielt ganz klar darauf ab, solche Technologien Realität werden zu lassen. Wir sehen im automatisierten Fahren ein wesentliches Element der Mobilität der Zukunft. Die Entwicklung und Erweiterung unseres Portfolios an Umfeldsensoren für Fahrerassistenzsysteme ist hierfür die Basis”, so Jourdan weiter.
2012 erhielt Continental als erster Zulieferer weltweit vom Nevada Department of Motor Vehicles eine Lizenz zum Testen von automatisiertem Fahren auf öffentlichen Straßen in dem US-Bundesstaat.
Diese Testgenehmigung gilt für einen Versuchsträger für hochautomatisiertes Fahren. Inzwischen hat Continental mehr als 115.000 Kilometer bei Testfahrten im hochautomatisierten Fahrbetrieb absolviert, wobei ein Test-Ingenieur stets das Fahrzeugverhalten hinter dem Steuer überwacht.
Zusätzlich zu den USA und Deutschland betreibt Continental auch in Japan Entwicklungsaktivitäten zum automatisierten Fahren. (red)

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