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Die Rückkehr der Kraftmeier © Peter Schwerdtmann (2)

Straßenkreuzer Die New York Autoshow stand ganz unter dem Motto „Bigger is better”. Zu sehen waren dort u.a. Chevrolets Camaro ZL1 (rechts oben), die SRT-Hellcat-Variante des Jeep Grand Cherokee (rechts Mitte) und die Lincoln-Studie „Navigator” (rechts unten). Derweilen präsentierte Tesla in San Francisco das neue Modell 3 (unten).

© Peter Schwerdtmann (2)

Straßenkreuzer Die New York Autoshow stand ganz unter dem Motto „Bigger is better”. Zu sehen waren dort u.a. Chevrolets Camaro ZL1 (rechts oben), die SRT-Hellcat-Variante des Jeep Grand Cherokee (rechts Mitte) und die Lincoln-Studie „Navigator” (rechts unten). Derweilen präsentierte Tesla in San Francisco das neue Modell 3 (unten).

Redaktion 08.04.2016

Die Rückkehr der Kraftmeier

Auf der New York Autoshow spielte smart und vernünftig in diesem Jahr nur am Rande eine Rolle – das Rampenlicht gehörte beinahe ausschließlich superpotenten PS-Kraftmonstern „made in USA”.

NEW YORK. Klein, fein und sparsam – das war einmal. In Zeiten des billigen Öls standen auf der jüngsten Autoshow in New York vor allem die großen Boliden im Rampenlicht. Stark und luxuriös strahlten sie dort ohne jedes Understatement um die Wette – kein Wunder, wünscht sich doch zumindest die Hälfte der US-Autokäufer am liebsten in einen Pick-up, und auch die andere Hälfte macht um smart und Öko einen kleineren bis größeren Bogen.

Viel, mehr und noch mehr PS

Angeführt wird die Flotte der Muskelprotze von Chrysler mit einer Kombination aus SUV und „Höllenkatze”: Die US Fiat-Schwester hat in der SRT Hellcat-Variante hinter der gepimpten Front eines Jeep Grand Cherokee einen 6,2-Liter-Achtzylinder mit Kompressor verbaut, der mit satten 717 PS in der Leistungsskala ausschlägt – kein Wunder, dass vorerst nicht an eine Markteinführung in Europa gedacht ist.

Auch bei Chevrolet steht alles im Zeichen der wiedergewonnenen PS-Stärke: Während der kleine Stromer Bolt und die Neuauflage des Volt zumindest am Rand der Bühne ihr Dasein fristen dürften, übt sich daneben der 649 PS-starke Camaro ZL1 mit einer Durchzugskraft von 868 Newtonmetern. Im Boliden verbaut findet sich gleich ein ganzes Oeuvre elektronischer Systeme, die dem Fahrer wohl dabei helfen sollen, die vielen Pferde irgendwie auf dem Boden zu halten – der angegebene Normverbrauch von 14,5 Litern auf 100 km kann allerdings nicht ernst gemeint sein.
Komplettiert wird die Riege der Kraftmeier von der Ford Edelmarke Lincoln mit der Studie für die Neuauflage des klassischen Riesen-SUV Navigator. Ins Auge stechen die weit nach oben schwingende Flügeltür und eine elektronisch ausfahrbare Treppe, die den Einstieg erleichtern soll; aber auch die inneren Werte haben es durchaus in sich: Der 3,5 Liter Sechszylinder mit Doppelturbo bringt es auf immerhin rund 400 PS.

Vom E 43 bis zum Toyota Prius

Dem Reigen der Muskelspieler schließen sich auch Daimler mit dem 401 PS starken E 43, Audi mit seinem 540 PS starken R8 Spyder mit V10-Saugmotor, Nissan mit dem GT-R und Toyota mit seinem überarbeiteten und mit neuer Front ausgestatteten GT 86 an.

Bei all der offen zur Schau getrategenen Potenz wirken der Porsche Macan mit seinem neuen turbo-aufgeblasenen Zweiliter-Vierzylinder-Triebwerk mit 252 PS und der Mini Cabrio von John Cooper Works mit 231 PS beinahe schon untermotorisiert. Alfas Giulia bringt es immerhin auf knapp 300 Pferdestärken, der XT5 – den Cadillac gegen die deutsche Premium-SUV-Konkurrenz ins Feld führt – schafft dank 3,6-Liter-V6-Motor bis zu 314 PS.
Als Weltpremiere in New York zu sehen war auch das GLC Coupé von Mercedes und mit dem neuen Toyota Prius Plus-in Hybrid dann doch auch noch ein Fahrzeug der Kategorie „Vernunft”.

Highlight ganz ohne Konkurrenz

Kurz vor Messeschluss gab es dann in den USA noch ein weiteres Ausrufezeichen der Öko-Schiene – allerdings nicht in New York, sondern einige Tausend Kilometer weiter westlich, wo Tesla am anderen Ende des Kontinents in San Francisco sein neues Modell 3 erstmals der Weltöffentlichkeit präsentierte. Der Golf-große Kompakt­wagen soll es auf eine Reichweite von immerhin 300 km bringen und dabei „nur” mehr 35.000 USD (rund 31.000 €) kosten. (red)

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