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E-Autos sollen mit Prämie Gas geben © panthermedia.net/photographyMK

Idee: Mit finanziellen Subventionen sollen Elektrofahrzeuge massentauglich werden.

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Idee: Mit finanziellen Subventionen sollen Elektrofahrzeuge massentauglich werden.

20.11.2015

E-Autos sollen mit Prämie Gas geben

Deutschland überlegt eine Ankaufprämie für Elektroautos in Höhe von 5.000 Euro. Finanziert werden könnte diese über eine Erhöhung von Mineralölsteuer bzw. Kraftfahrzeugsteuer.

BERLIN. In Österreich will die Poli­tik im Jahr 2020 rund 200.000 Stromer auf den Straßen sehen, und Deutschland hat sein Ziel mit einer Million E-Fahrzeugen auch recht ambitioniert gesteckt. Egal, denn da wie dort ist man vom Erreichen dieser Wunschvorstellung aktuell weit entfernt. Und da wie dort wurden daher zuletzt Stimmen laut, den Bund in die Pflicht zu nehmen, um der Technologie auf die Sprünge zu helfen.

Während hierzulande darüber kaum mehr diskutiert wird, scheint Berlin eine Kaufprämie für Stromer ernsthaft in Erwägung zu ziehen: Die deutsche Regierung einigte sich laut einem Bericht des Spiegel Ende vergangener Woche in einem parteiübergreifenden Beschluss auf einen „Umweltbonus” beim Kauf eines Elektroautos in Höhe von 5.000 €; eine Einigung wurde von den beteiligten Ministerien hinterher allerdings dementiert.

Bund nun in der Pflicht

„Wir müssen Bewegung in den Markt bringen”, forderte Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) vor einer Umweltministerkonferenz in Augsburg. „Vom Ziel, eine Million E-Fahrzeuge bis 2020 auf die Straße zu bringen, sind wir noch weit entfernt. Wir fordern vom Bund daher spürbare finanzielle Anreize für die Käufer von ­E-Autos.”

Das Förderprogramm könnte laut Spiegel einen Umfang von 700 bis 800 Mio. € haben. Zur Gegen­finanzierung sei eine Mineralölsteuer-Erhöhung um einen Cent je Liter im Gespräch. Das würde jeden Pkw-Fahrer mit durchschnittlich weniger als zehn Euro im Jahr belasten, berichtete das Magazin unter Berufung auf ein Regierungspapier. Das könnte 500 bis 600 Mio. € bringen.

Bonus-Malus-Prinzip?

Als alternatives Finanzierungs­modell könnte dem Bericht zufolge aber auch ein sogenanntes Bonus-Malus-Prinzip bei der Kraftfahrzeugsteuer eingeführt werden.

Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß würden dann steuerlich deutlich höher belastet und damit die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge finanziert; dagegen sperre sich allerdings die deutsche Autoindustrie.

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