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GM darf sich über Rekordgewinn freuen © APA/EPA/Tannen Maury

GM-Chefin Mary Barra sieht ihr Unternehmen auf einem guten Weg und will den Gewinn 2016 weiter steigern. Von Opel erwartet sich die Managerin einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

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GM-Chefin Mary Barra sieht ihr Unternehmen auf einem guten Weg und will den Gewinn 2016 weiter steigern. Von Opel erwartet sich die Managerin einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

19.02.2016

GM darf sich über Rekordgewinn freuen

Der US-amerikanische Automobilhersteller konnte seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf 8,9 Mrd. Euro beinahe verdreifachen. Im ­laufenden Jahr soll auch das Opel-Geschäft zum Gewinn beitragen.

••• Von Jürgen Zacharias

DETROIT. Es ist erst ein paar Jahre her, da stand der US-Autohersteller General Motors vor dem Aus. Einer der größten Fahrzeugbauer der Welt, ein Symbol für die Produktivität und Innovationskraft der US-Industrie – von der Finanzkrise 2008 und ihren Folgen beinahe aus dem Rennen geworfen, knapp vor der Pleite und der Konkurrenz aus Japan und Deutschland in Modellvielfalt und -innovation meilenweit unterlegen.

Heute ist davon kaum mehr etwas zu spüren – im Gegenteil, darf sich General Motors im vergangenen Jahr über einen Gewinnsprung von 2,8 Mrd. USD auf 9,7 Mrd. USD (von 2,6 Mrd. Euro auf 8,9 Mrd. Euro) im Vorjahr freuen.
Der SUV- und Pick-up-Boom im Heimatmarkt und starke Geschäfte in China spülten General Motors (GM) den Rekordgewinn in die Kasse, auch wenn der Umsatz von 155,9 auf 152,4 Mrd. Dollar (von 138,5 auf 135,4 Mrd. Euro) zurückging.
Letzteres lag am starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung schmälert. „Es war ein starkes Jahr mit Rekordverkäufen und -gewinnen”, kommentierte Vorstands­chefin Mary Barra die Zahlen.
GM profitierte neben dem Absatz-Boom bei Geländewagen und Pritschenwagen in den USA vor allem von seinem florierenden China-Geschäft. Allein im vierten Quartal stieg der Überschuss im Jahres­vergleich von 1,1 auf 6,3 Mrd. Dollar (1,0 Mrd. Euro auf 5,6 Mrd. Euro).

Markt drehte noch ins Plus

Aber auch operativ lief es zuletzt besser als erwartet – der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn legte von 2,4 auf 2,8 Mrd. Dollar (von 2,1 auf 2,5 Mrd. Euro) zu.

Den Umsatz hielt GM im Schlussquartal stabil zum Vorjahr bei 39,6 Mrd. Dollar (35,2 Mrd. Euro). Dank verbesserter Profitmargen blieb ­jedoch mehr Geld in der Kasse.
Die Prognosen der Analysten wurden mit dem Geschäftsbericht übertroffen. Der Konzern bestätigte seine Jahresziele und will den Gewinn 2016 weiter steigern.
Dazu beitragen soll dann auch das Europa-Geschäft; dort hat die deutsche Tochter Opel die Verlustzone im Jahr 2015 erwartungsgemäß noch nicht verlassen und so blieb in Europa unter dem Strich ein operativer Verlust von 813 Mio. Dollar (722 Mio. Euro), eine gute halbe Milliarde weniger als im Jahr zuvor (1,37 Mrd. Dollar – 1,21 Mrd. Euro).
Opel-Chef Karl-Thomas Neumann führte das schwierige politische und wirtschaftliche Umfeld in Europa als Grund an, warum die Marke mit dem Blitz in ihren Bemühungen nicht schneller vorankomme.
Trotzdem zeigte er sich zuversichtlich, dass sich für 2016 die geplante und auch von GM-Chefin Mary Barra gewünschte schwarze Null ausgehe. „Nun wollen wir in diesem Jahr auch mit Opel die Gewinnschwelle durchbrechen, das steht im Mittelpunkt”, so Barra kürzlich.
Hoffnung geben dabei die guten Zulassungszahlen im Jänner: Opel hat in dem Monat in Europa rund 80.000 Fahrzeuge neu zugelassen, um 7.500 Einheiten mehr als im Vergleichsmonat 2015 (plus 10,4 Prozent).
Damit konnten die Rüsselsheimer stärker zulegen als der gesamteuropäische Fahrzeugmarkt, der ein Plus von 2,6 Prozent verbuchte.

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