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Grauer Star – der neue kleine Sportwagen © Maximilian Lottmann

Der neue Abarth 695 Biposto schlägt in der Basis mit satten 44.000 Euro zu Buche.

© Maximilian Lottmann

Der neue Abarth 695 Biposto schlägt in der Basis mit satten 44.000 Euro zu Buche.

12.06.2015

Grauer Star – der neue kleine Sportwagen

Abarth 695 Biposto Es gibt einen neuen Sportwagen da draußen und er ist kaum zu überhören und -sehen

Wien. „Och, ist der niedlich!” Diesen Spruch werden Sie mit dem Abarth 695 Biposto wohl nicht oft hören. Der niedliche Fiat 500, der sich irgendwo darunter versteckte, wurde penibelst genau herausgeschnitten und der Platz mit Beplankungen, Karbon und jeder Menge rotzfrechen Klängen ausgefüllt. Dieser Abarth hat ganz wenig mit seinen heutigen Vorgängern gemein. Abgeleitet von der Rennsportversion „Abarth 695 Assetto Corse” ist er der Rennstrecke näher als der öffentlichen Straße. Das verdeutlicht auch das Erscheinungsbild: Stoßfänger, Kühlermaske, Seitenschweller und Heckspoiler sind breiter und radikaler ausgeführt, zudem ist er nur in performancegrau lieferbar. Der Namen Biposto weist auf eine komfortable Einschränkung hin: Da der rassige Italiener mit einem Gitterrohrrahmen plus Sicherheitsnetz ausgestattet ist, fällt die hintere Rücksitzbank weg, wodurch der 659 Biposto zum Zweisitzer mutiert. Ein großer Vorteil dieses Wegfalls ist der weit größere Kofferraum als in den anderen 500er-Modellen.

Kleiner Motor, großes Oh!

Der kleine Abarth wird zwar noch immer von einem 1,4-Liter-Benzinmotor angetrieben, die Leistung wurde aber mit 190 PS radikal in die Höhe geschraubt. Dazu gesellt sich ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Möglich macht das ein großer Turbolader samt Ladeluftkühler, der für ein gribbelndes Pfeifen während der Fahrt und obendrein für atemberaubende Leistungswerte sorgt. Von 0 auf 100 marschiert der Biposto in 5,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Dank des Wegfalls von Radio, Klimaanlage, Rücksitzbank und mehr beträgt das Gewicht lediglich 997 Kilogramm – 5,2 Kilogramm pro PS. All das erzeugt im Vergleich zu den zahmeren Brüdern ein völlig neues Fahrverhalten. Der Biposto ist bretterhart und klebt regelrecht auf der Straße. Gerade die ersten beiden Gänge reißen richtig an, das Kurvenverhalten ist atemberaubend. Abarth spricht vom „smallest supercar” – und sie haben damit recht, denn kaum ein anderer Kleinwagen liefert so beeindruckende Fahreigenschaften ab. All der kompromisslose Spaß kommt mit einem unübersehbaren Preisschild, die Basis beginnt bei 44.000 Euro. Darin enthalten sind 18-Zoll-Leichtbaufelgen, die Body-Kits, elektrische Fensterheber vorn, Akrapovic-Auspuffanlage oder auch Brembo-Bremsen. Auf Wunsch weicht das Fünfgang-Schaltgetriebe einem sequenziellen Getriebe ohne Schaltung, welches zusammen mit dem mechanischen Sperrdifferential und einer Schaltkulisse mit Karboneinsatz 10.500 Euro mehr kostet. Mit Alu-Motorhaube, Karbon-Kit, Renncomputer mit 4-Punkt-Sicherheitsgurten und Schalensitzen sowie Seitenscheiben aus Polycarbonat mit Schiebefenster durchbricht man schnell die 70.000 Euro-Marke. (red)

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