AUTOMOTIVE BUSINESS
Händlerzahl sinkt © PantherMedia/Stocksolutions

Händler­sterben? Laut den Studienautoren werden in den kommenden Jahren große Gebraucht­wagenstütz­punkte und starke Service­standorte am Markt ­dominieren.

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Händler­sterben? Laut den Studienautoren werden in den kommenden Jahren große Gebraucht­wagenstütz­punkte und starke Service­standorte am Markt ­dominieren.

Redaktion 12.01.2018

Händlerzahl sinkt

Aktuelle KPMG-Studie: Anzahl der stationären Autohändler wird sich bis zum Jahr 2025 um 30 bis 50 Prozent reduzieren.

GERLINGEN. Geht es nach dem aktuellen „Global Automotive Executive Survey 2018” der Unternehmensberater von KPMG kommen auf die Automobilhändler schwere Zeiten zu: Über die Hälfte der weltweit fast 1.000 befragten Branchenvertreter und 2.500 Konsumenten (56%) vermuten, dass die Zahl der Händler bis 2025 um 30 bis 50% sinken wird. Drei Viertel (74%) gehen zudem davon aus, dass der Anteil der in West­europa produzierten Autos von heute 16% bis 2030 auf unter fünf Prozent sinken wird.

Konsolidierung der Branche

„Hersteller werden an Fusionen und Kooperationen nicht vorbeikommen, wenn sie den Kampf mit den großen Technologiekonzernen um die Vorherrschaft im ‚Ökosystem Auto' nicht verlieren wollen”, fasst Klaus Mittermair, Head of Automotive bei KPMG in Österreich, den Grundtenor der internationalen Studie zusammen.

Die 50 größten Autohersteller kommen demnach zusammen lediglich noch auf 20% der Marktkapitalisierung der 15 größten Technologieunternehmen; 2010 waren es noch 40%. „Vor allem für die Massenhersteller führt kein Weg an Fusionen vorbei, wenn sie den Kampf ums Überleben gegen die Technologiegiganten nicht verlieren wollen”, so Mittermair weiter.
Fast 80% der Führungskräfte sind außerdem überzeugt, dass die Strategie für Händler in Richtung großer Gebrauchtwagen-Stützpunkte und starker Servicestandorte gehen muss, um am Markt zu überleben.

Datensicherheit hat Potenzial

Ebenfalls 80% der Entscheidungsträger der Branche sind der Meinung, dass die Verwertung der Fahrzeug- und Fahrer­daten künftig den Hauptbestandteil des Geschäftsmodells der Autobranche ausmachen wird.

Entscheidend dabei ist das Thema Datensicherheit: 85% der Führungskräfte und drei von vier Kunden sind überzeugt, dass Daten- und Cybersicherheit künftig eine wichtige Voraussetzung für den Kauf eines Autos sein werden.

Keine reine E-Mobilität

In der Studie wurde außerdem deutlich, dass das Statussymbol Auto weiter an Bedeutung verliert. Denn 55% der Autofahrer wären bereit, auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten, wenn Car Sharing breitflächiger angeboten und die Nutzung weiter vereinfacht wird. 43% der Befragten meinen außerdem, dass die Hälfte der Autobesitzer schon 2025 kein eigenes Fahrzeug mehr haben wird.

In puncto Antrieb gehen Konsumenten und Experten in Zukunft von einem Nebeneinander mehrerer Alternativen aus. E-Autos dominieren demnach den Markt, Diesel und Benziner bleiben jedoch weiterhin eine Option. (red)

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