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Milan Design Week brachte viel Neues © ToyotaNeudefinition der Holzklasse: Auf der Milan Design Week feierte der Toyota Setsuna Concept seine Weltpremiere.
© ToyotaNeudefinition der Holzklasse: Auf der Milan Design Week feierte der Toyota Setsuna Concept seine Weltpremiere.

georg biron 22.04.2016

Milan Design Week brachte viel Neues

Rund 400.000 Besucher und 2.500 Aussteller verwandelten Mailand vom 12. bis 17. April zum Hotspot des Designs. Mit dabei auch überraschende Neuheiten von Autoherstellern.

MAILAND. Für den Setsuna Concept nutzt Toyota diverse markante Holzarten für die einzelnen Bauteile – von der Außenhaut über den Boden bis hin zu den Sitzen.

Während der Rahmen aus Birke besteht, wurde für das Exterieur japanisches Zedernholz verwendet. Im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugmaterialien weist Holz einen einzigartigen Charakter auf: Bei der richtigen Pflege hält es Jahrzehnte, verändert aber, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Farbe und Struktur.
„Für die Montage haben wir eine traditionelle japanische Tischler-Technik namens ‚okuriari' verwendet, die ohne Nägel und Schrauben auskommt. Die fertige Karosserie­linie des elektrisch betriebenen Setsuna erinnert an die Kurven eines Bootes. Der Betrachter muss sich vorstellen, wie im Laufe der Jahre schrittweise ein einzigartiger Charakter entsteht. Das Fahrzeug verfügt über einen 100-Jahr-Zähler, der die Zeit über Generationen hinweg misst, und Sitze, die funktionelle Schönheit mit dem sanften Farbton des Holzes kombinieren”, so Toyota-Kontrukteur Kenji Tsuji.

„Spiel mit Erwartungen”

Etwas ganz Besonderes haben sich die Manager von Lexus für ihren Auftritt auf der Milan Design Week einfallen lassen.

Unter dem Motto „Lexus – An Encounter with Anticipation” präsentierte die Premium-Marke eine Ausstellung, die sowohl den Augen als auch dem Gaumen schmeicheln sollte. Dafür kooperierte Lexus mit dem Designerteam des Studio Forma­fantasma sowie dem Michelin-Sterne-Koch Yoji Tokuyoshi. Gemeinsam mit den Arbeiten der zwölf Finalisten des Lexus Design Award 2016 konnten Besucher diese Werke im Lexus Space in der Mailänder Carrozzeria Torneria, Zona Tortona, begutachten.
Gewinner des Lexus Design Awards ist die japanische Gruppe AMAM für ihr Produkt Agar, ein gelartiges Material, das aus Algen gewonnen wird und alternativ zu Plastik als umweltfreundliches Verpackungsmaterial eingesetzt werden kann.
Insgesamt 1.232 Projekte aus 73 Ländern hatten sich für den Lexus Design Award beworben.

Verlängerung der Reichweite

Viele Autohersteller nutzten den Salone del Mobile, um sich in kreativer Umgebung mit außergewöhnlichen Ideen zu präsentieren.

So fiel z.B. die Marke Mini unter dem Motto „Do Disturb” mit einem urbanen Wohn-Sharing-Konzept auf, das Kompetenz für kreative Raumnutzung beweist.
Land Rover arbeitet mit dem Designer Odo Fioravanti: Das Projekt „Freeride” ist vom Range Rover Evoque Convertible inspiriert.
Im Audi City Lab drehte sich bei einem Design Talk mit Daniel ­Libeskind und Ingo Maurer alles um Lichtdesign (und den Audi Q2).
Im Superstudio Più in der Via Tortona gab es das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Jaguar und der Turiner Designschule IED zu bestaunen – im Zentrum stand der neue Jaguar F-Pace.

Geländewagen von Maserati

Maserati brachte in Mailand den Levante in Stellung. Der erste Geländewagen des italienischen Unternehmens kommt zu Preisen ab 88 000 € zunächst als V6-Benziner mit 316 kW/430 PS in den Handel.

Der Levante markiert für Maserati nicht nur den Eintritt in ein neues Segment, sondern auch eine Annäherung an den Alltag. Er hat mit 580 bis rund 1.600 l nicht nur den größten Kofferraum in der Firmengeschichte – es gibt auch eine elektrische Heckklappe, die sich durch einen angedeuteten Fußtritt öffnen lässt. Und zum ersten Mal gibt es bei Maserati auch eine ­Anhängerkupplung.

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