AUTOMOTIVE BUSINESS
Mobilitäts-Zukunft © Panthermedia.net/Lightpoet

Bedeutungs-Verschiebung Das eigene Auto wird in Zukunft eine immer geringere Rolle spielen – die Menschen werrden vermehrt auf andere Mobilitätsangebote setzen.

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Bedeutungs-Verschiebung Das eigene Auto wird in Zukunft eine immer geringere Rolle spielen – die Menschen werrden vermehrt auf andere Mobilitätsangebote setzen.

Redaktion 30.09.2016

Mobilitäts-Zukunft

Aktuelle Studie von Oliver Wyman zeigt: Immer mehr Menschen verzichten auf einen eigenen Pkw zugunsten der Shared Mobility.

••• Von Moritz Kolar

BERLIN/WIEN. In den kommenden Jahren werden sich immer mehr Menschen individuelle Mobilitätswünsche mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder Mietwagen und ohne eigenes Auto erfüllen. Das zeigt eine globale Studie von Oliver ­Wyman, zu der neben eigenen Recherchen der Strategieberatung auch 200 Branchenexperten befragt wurden. Darüber hinaus ist ein endgültiger Abschied des Schienenverkehrs aus dünn besiedelten Regionen zu erwarten.

Weltweiter Trend

„Die sogenannte Shared Mobility wird in den nach wie vor weiter wachsenden Städten und Ballungsgebieten einen nennenswert größeren Anteil erreichen – nicht nur bei uns in Europa, sondern in der ganzen Welt”, erklärt Joris D’Incà, Verkehrsspezialist und Partner der weltweit tätigen Beratungsfirma Oliver Wyman. „Davon sind zwei Drittel der von uns befragten Experten überzeugt.”

Diese Entwicklung habe erhebliche Konsequenzen für die Autoindustrie, betont der Mit­autor der Studie „Mobility 2040”: Es sei zu erwarten, dass in 25 Jahren private Ausgaben für eigene Autos um 25 bis 30% zurückgehen.
Vor allem in den hoch entwickelten Industrieländern werde dieser Trend spürbar werden, ermittelte die Untersuchung. So würden in Deutschland die Ausgaben für die individuelle Automobilität von derzeit rund 75% aller Ausgaben für den Personentransport auf 56% zurückgehen.
„Die Möglichkeiten des autonomen Fahrens werden aber auch den öffentlichen Nahverkehr in dünn besiedelten Regionen nicht nur erhalten, sondern verbessern”, betont ­Carolin Mentz, Principal bei Oliver Wyman und Mitautorin der Studie: „Automatisiert fahrende Elektro­kleinbusse werden künftig viele regionale Strecken mit geringer Verkehrsnachfrage flexibler und weitaus kundengerechter bedienen können als heute – wenn überhaupt noch fahrende – Nahverkehrszüge.”
Die Studie erwartet einen weitgehenden Rückzug des Schienenverkehrs aus der Fläche – nicht zuletzt auch wegen der hohen Investitionen in Infrastruktur, Rollmaterial und Kosten des laufenden Betriebs.

Neue Mobilitäts-Hubs

Eisenbahnen werden in der Mobilitätswelt der Zukunft jedoch gleichwohl ihre Berechtigung haben, betont Mentz: „Auf den großen Verkehrsachsen und in den Ballungszentren wird die Arbeitsteilung genau anders herum funktionieren; hier wird man das Eisenbahnnetz weiter ausbauen müssen.”

Gerade im Hinblick auf die Klimaschutzziele der Pariser Klimakonferenz von 2015 stellten moderne, leistungsfähige und hochwertige Bahnangebote das Rückgrat der Mobilität dar. Sharing-Angebote oder autonome Elektrobusse würden dann häufig die individuelle Zubringer-Funktion zu Mobilitäts-Hubs übernehmen.

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