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Neues Werkzeug für die Freizeit © Nissan

Als Crossover für den Arbeits- und den Freizeiteinsatz bewirbt Nissan den neuen NP300 Navara, der ab 22.509 Euro kosten wird.

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Als Crossover für den Arbeits- und den Freizeiteinsatz bewirbt Nissan den neuen NP300 Navara, der ab 22.509 Euro kosten wird.

11.12.2015

Neues Werkzeug für die Freizeit

Mit dem neuen Navara unternimmt Nissan einen starken Versuch, den Pick-up als Crossover-Fahrzeug zu etablieren.

••• Von Bernhard Katzinger


MALLORCA. Was in den USA, dem Land der nach unten unbegrenzten Treibstoffpreise, als perfektes Allzweckauto gilt, bedarf in Europa noch einiger Erklärung. Auch in Österreich hat sich der Pick-up bestenfalls eine winzige Nische im Nutzfahrzeugsektor erobert. Im kommenden Jänner unternimmt Nissan mit der Neuauflage des NP300 Navara einen neuerlichen Versuch, das zu ändern und die Alpenrepublikaner vom Konzept zu begeistern. Das soll vor allem gelingen, indem der robuste Transportmeister durch Komfort-Ausstattung und technische Featurnes in die Nähe der sehr beliebten großen Luxus-SUV gerückt wird.

Wie auf Wolken

Beim Thema Fahrkomfort tritt der neue Navara in der Double Cab-Version mit Mehrlenker-Hinterradaufhängung anstatt der gängigen Blattfedern an. Das spart Gewicht und sorgt on- wie offroad für komfortableres Reisen auch auf der hinteren Bank sowie für verbessertes Handling. Leichterer Manövrierbarkeit dient auch der gegenüber dem Vorgänger verkleinerte Radstand (auf 3.150 mm), der Innenraum hat seine Abmessungen aber beibehalten. Großzügig sind die Platzverhältnisse nur vorn. Im King Cab – also der kleineren Kabine mit verkehrt angeschlagenen Stummeltüren hinten – erfüllen die Sitze in der zweiten Reihe lediglich eine Alibifunktion.

Starke Argumente für den Lademeister sind die vielen Assistenzsysteme, die bislang nur in anderen Fahrzeugklassen zu finden waren: Da wäre der im Gelände ebenso wie in der Innenstadt praktische Around View-Monitor, der eine 360 Grad-Rundumsicht auf dem Bildschirm im Inneren liefert. Das elektronisch geregelte Sperrdifferenzial verbessert wirksam das Fahrverhalten des Pick-ups bei schlechten und rutschigen Fahrbahnen. Der autonome Notbrems­assistent schließlich springt bei Unaufmerksamkeit des Fahrers zuverlässig ein und kann im Fall des Falles Schlimmeres verhindern.

Kein Lastwagen-Antrieb

Um den neuen Pick-up als Pkw und nicht in erster Linie als Nutzfahrzeug zu positionieren, haben die Entwickler bei Design, Komfort-Features und Ausstattung Anleihen vom erfolgreichen Crossover-Modell Qashqai genommen; das beginnt bei der Frontansicht, setzt sich in vielen Details im Cockpit fort und endet schlüssig bei den erhältlichen Motor-Getriebekombi­nationen.

Als Aggregat kommt ein 2,3 Liter-Vierzylinder-Diesel in zwei Leistungsstufen mit 160 und 190 PS zum Einsatz. Per Drehregler wählt der Fahrer, ob zwei oder vier Räder angetrieben werden sollen bzw. ob bei Fahrt im anspruchsvollen Gelände im 4LO-Modus ein mechanisches Sperrdifferenzial zugeschaltet werden soll. Assistenten zum Losfahren am Berg und zum sicheren Abstieg bei großem Gefälle und lockerem Untergrund runden das Offroad-Angebot ab.

Navara als Klassenprimus

Bei allen Lifestyle-Gedanken wird ein Pick-up letzten Endes oft doch wegen Zuladung oder Zugfähigkeit gekauft. In diesen Belangen nimmt Nissan für sich die Position als Klassenprimus in Anspruch: 1 Tonne Nutzlast auf der Pritsche und 3,5 Tonnen Zugfähigkeit sind eine Ansage, der sich der Mitbewerb stellen wird müssen: VW und Toyota werden 2016 ihre Pick-ups ebenfalls erneuern. Der Navara wird schon ab Jänner bei den Händlern stehen.

Ein weiteres Kaufargument liefert sicherlich die neue Fünfjahresgarantie (bis 160.000 Kilometer). In der Basisausstattung Visia bietet der Navara bereits sieben Airbags, Notbremsassistent sowie Berganfahr- und Bergabfahrassistent. Wer zur Top-Ausstattung Tekna greift, kommt in den Genuss von Connect-Paket, Lederausstattung, LED-Scheinwerfern und elektrischem Glas-Hub-Schiebedach.

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