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Raubkatze setzt zum Sprung an © xdefxx

Eine Raubkatze will im Revier der Platzhirschen Fünfer, A6 und E-Klasse wildern: Der neue Jaguar XF ist ab 42.100 Euro zu haben.

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Eine Raubkatze will im Revier der Platzhirschen Fünfer, A6 und E-Klasse wildern: Der neue Jaguar XF ist ab 42.100 Euro zu haben.

15.01.2016

Raubkatze setzt zum Sprung an

Eleganz, intelligente Technik und Formensprache des F-Type sollen dem neuen Jaguar XF zum Erfolg verhelfen.

••• Von Bernhard Katzinger


WIEN. In der oberen Mittelklasse ist die Luft hierzulande dünn für alles, was nicht aus Deutschland kommt. Der neu aufgelegte Jaguar XF nimmt diese Herausforderung an und könnte mit dem Einstiegspreis von 42.100 Euro vom Start weg ein paar Punkte gegenüber den Platzhirschen machen. Dafür erwartet den Käufer die gute, wenn auch nicht üppige Pure-Ausstattung mit 17 Zoll-Leichtmetall­rädern, Zweizonen-Klimaautomatik und 8-Zoll-Touchscreen.

Die Schallmauer von 50.000 Euro durchbricht der Jag in der Ausstattung „Portfolio”, die mit 18-Zöllern und 10-fach verstellbaren Ledersitzen ins Luxussegment vorstößt. Unser Testwagen schlug mit 55.677 Euro zu Buche, wobei für Parkhilfe- und Winterpaket je 1.200 Euro auf der Rechnung stehen. Auch die im Verhältnis 2:1:2 getrennt umlegbaren Rücksitze wollen mit 511 Euro extra bezahlt sein.
Aber auch das ist noch gut angelegtes Geld und der XF gegenüber den anderen Marktteilnehmern im Segment preislich durchaus konkurrenzfähig – nicht zuletzt, weil man komfortabel bis luxuriös reist, was nicht nur für Fahrer und Beifahrer gilt. In der zweiten Reihe ist viel Platz für lange Beine, und auch die Fondspassagiere bemerken, dass die schnittige, coupéartige ­Karosse den einen oder anderen Blick auf sich zieht.

Blickfang

An Front und Heck finden Kenner deutliche Anleihen beim Design des Supersportlers F-Type, das sich einer begeisterten Fangemeinde erfreut. Leider fordert die nach hinten abgeflachte Dachlinie, die so schön nach Raubkatze im Sprung ausschaut, ihren Tribut von der Kopffreiheit auf der Rückbank. Ab 1,85 Meter Körpergröße macht die Schädeldecke des Passagiers zwangsläufig mit dem Wagen­himmel Bekanntschaft. Dafür ist der Kofferraum eine Höhle der Geräumigkeit, die den XF zur vollwertigen Reiselimousine adelt.

Auch bei den Bedienelementen stört Umständliches das Komforterlebnis. Die Bedienung der Automatik per Drehrad kann man gewöhnungsbedürftig nennen, bis man es sich abgewöhnt hat, zu versuchen, mit ihm die Lautstärke zu regeln oder die Zoomstufe des ­Navi-Bildschirms einzustellen.
Zumindest unlogisch ist die Bedienung der Sitzheizung: Sie will über einen physischen Knopf an der Mittelkonsole aufgerufen und dann am Touchscreen durchgeführt werden. Das Überwinden dieser Hürde wird allerdings belohnt: Sowohl Sitz- als auch Lenkradheizung erfüllen ihren Job unmittelbar und gründlich.

Alu-Diesel

Jaguar bietet für den XF zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren an, je einen mit vier und sechs Zylindern. Dabei gibt es den kleinen Diesel in zwei Leistungsstufen mit 163 oder 180 PS. Beim Motor in unserem Testwagen handelte es sich um den Vierzylinderdiesel mit 163 PS, der in 8,7 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt und seine Höchstgeschwindigkeit bei 227 km/h erreicht. Dieser Motor wird neben der tadellosen 8-Gang-Automatik auch mit manuellem Schaltgetriebe angeboten und ist komplett aus Aluminium gefertigt, was laut Hersteller 20 Kilo Gewicht einspart.

Insgesamt wiegt die mit diesem Aggregat bestückte große Raubkatze schlanke 1.550 Kilo und verbraucht im Drittelmix laut Hersteller 4,1 Liter Diesel auf 100 km, was 109 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer entspricht. Wir verbrauchten im zugegeben sehr stadt- und autobahnlastigen Test mit hohem Kurzstreckenanteil bei kaltem Wetter knapp sieben Liter und wunderten uns über das nicht mehr zeitgemäße deutliche Dieselnageln vor allem im kalten Zustand. Trost spendete uns, dass Jaguar den XF in der Ausstattung S auch mit 3,0-V6-Benziner Kompressor aus dem F-Type anbietet.

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