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Sanierung im Eiltempo? © Institut für Automobilwirtschaft

Autoexperte Willi Diez: „Die Franzosen werden sehr schnell vorgehen.“

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Autoexperte Willi Diez: „Die Franzosen werden sehr schnell vorgehen.“

Jürgen Zacharias 16.03.2017

Sanierung im Eiltempo?

Der PSA-Konzern wird laut Autoexperte Willi Diez nach der Opel-Übernahme auf eine rasche Sanierung des deutschen Automobilherstellers drängen.

RÜSSELSHEIM/PARIS. Geht es nach dem deutschen Autoexperten Willi Diez, wird die PSA-Gruppe bei der Sanierung des deutschen Autoherstellers Opel ein hohes Tempo vorgeben. Er halte es nicht für realistisch, dass allein das Opel-Management den Umbau gestalten werde, sagte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (ifa). „Das hat noch bei keiner Übernahme funktioniert“, so Diez.

Nach seiner Überzeugung habe PSA-Chef Carlos Tavares ein klares Konzept, wie Opel bis 2020 wieder in die Gewinnzone zu bringen ist. "Die Franzosen werden sehr schnell vorgehen. Tavares hat PSA in den vergangenen Jahren zügig saniert und wird auch Opel schnell auf eine 'schwarze Null' steuern." Das sei absehbar mit klaren Direktiven aus Paris und dem Einsatz französischer Manager bei Opel verbunden. "Die müssen genau wissen, wie PSA tickt."

Inhaltlich werde es vor allem darum gehen, die gesamte Modellpalette der verschiedenen Konzernmarken Peugeot, Citroën, DS und Opel schnell auf einheitliche Plattformen zu stellen und mit möglichst vielen identischen Bauteilen, sogenannten Gleichteilen, auszustatten. Damit erreiche man hohe Skaleneffekte bei Einkauf und Produktion.

Skeptisch zeigte sich der Autoexperte zu Erwartungen, dass Opel-Autos schnell auf bisher versperrten Auslandsmärkten verkauft werden könnten. "Opel ist eine sehr deutsche und europäische Marke, die in China oder den USA kaum jemand kennt." Es sei auf diesen hart umkämpften Märkten sehr schwierig und kostspielig, eine neue Marke zu etablieren; die Kosten dafür würden häufig unterschätzt. Opel solle sich daher zunächst auf europäische Teilmärkte konzentrieren, die man bisher noch nicht ausreichend bearbeitet habe. Auch Russland werde sich in naher Zukunft positiv entwickeln, meinte Diez. (jz)

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