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Technik für Autos in den Städten © Audi

Audi-Chef Rupert Stadler und Joseph A. Curtatone, Bürgermeister von Somerville, unterzeichnen „Memorandum of Understanding”.

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Audi-Chef Rupert Stadler und Joseph A. Curtatone, Bürgermeister von Somerville, unterzeichnen „Memorandum of Understanding”.

27.11.2015

Technik für Autos in den Städten

Audi und die Stadt Somerville wollen an der Ostküste der USA eine urbane Strategie entwickeln und gemeinsam Innovationen für die Stadt der Zukunft erproben.

••• Von Georg Biron

INGOLSTADT. „Das Auto wird immer Teil unserer Mobilität sein. Gleichzeitig zeigen uns aber heute Staus und Parkplatzprobleme die Grenzen der Mobilität auf. Durch die Technologien von Audi versprechen wir uns eine effizientere Nutzung des verfügbaren städtischen Raums; das erhöht die Lebensqualität”, sagt der Bürgermeister von Sumerville, Josef A. Curtatone.

Er unterzeichnete mit Audi-Chef Rupert Stadler bei der Smart City Expo in Barcelona ein „Memorandum of Understanding”.

Fließgeschwindigkeit erhöhen

In dem Memorandum vereinbaren Curtatone und Stadler eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung einer neuen Mobilitätsstrategie für Somerville; im Mittelpunkt stehen dabei der Austausch von Expertise und das Erproben neuer Technologien.

Dazu der Vorstandsvorsitzende der Audi AG: „Das intelligente Auto kann seine enormen Potenziale erst in einer intelligenten Stadt voll entfalten. Die Arbeit an Innovationen und der Austausch und die Analyse von Daten sind der Schlüssel für nützliche Schwarmintelligenz.”
Langfristig wollen beide Seiten Innovationen zum Einsatz bringen, die den Raumbedarf des Autos in der Stadt reduzieren und die Fließgeschwindigkeit des Verkehrs in der Stadt erhöhen.

Schnell wachsende City

Mit seiner zentralen Lage im Ballungsraum Boston besitzt Somerville Vorbildcharakter für „Smart Cities”. Die Region ist nach dem Silicon Valley der am schnellsten wachsende Wirtschaftsraum Nordamerikas.

In den kommenden Jahren wandelt sich der Union Square in Somerville zu einem prosperierenden Stadtzentrum. Durch Nachverdichtung entstehen neuer Wohnraum, Büro- und Gewerbeflächen.
Mehr Menschen auf gleichem Raum – das bedeutet auch, dass die bestehende Mobilitätsinfrastruktur an ihre Leistungsgrenze stößt. Deshalb unterstützt Audi das Projekt am Union Square mit Innovationen wie dem Ampel­phasenassistenten.

Pilotiertes Parken

Neben der vernetzten Verkehrsinfrastruktur bringt Audi auch pilotiertes Parken in das Projekt ein. Selbstparkende Autos bieten gleich drei Vorteile: Parkhäuser können aus dem Zentrum in weniger attraktive Lagen verlegt werden; gleichzeitig schrumpft die Parkfläche pro Auto um rund zwei Quadratmeter, die Autos parken dichter und benötigen deutlich schmalere Fahrspuren in Parkhäusern, wo außerdem keine Fußwege, Treppen oder Aufzüge gebraucht werden.

Parkhäuser fassen somit bei gleicher Fläche gut 60% mehr Autos und bieten damit genug Platz, um auf Parkplätze am Straßenrand zu verzichten. So sind auf den Straßen schließlich auch weniger Autos auf Parkplatzsuche unterwegs.
Von automatisierter Parktechnologie profitiert auch das zweite Projekt in Somerville.
Im Stadtteil Assembly Row plant und baut der Immobilienentwickler Federal Realty Investment Trust (FRT) ein „Mixed Use Development”. Dank einer neuen Zugverbindung entstehen hier nur sieben Minuten von Downtown Boston entfernt Wohnungen, Büros, Freizeitangebote, Einkaufsmöglichkeiten und Parkflächen.
In den USA sind viele der Neubauprojekte in Städten solche „Mixed Use Developments” – mit einer festgeschriebenen Anzahl von Parkplätzen.
„Parkplätze sind teuer, die Kosten lassen sich für Immobilien-Entwickler im städtischen Raum meist nicht amortisieren”, so Curtatone. Ein Parkplatz kostet im Schnitt umgerechnet ca. 20.000 €.

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