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Wenn die Töchter der Mutter helfen © APA/dpa/Julian Stratenschulte

Im Februar musste VW einen Absatzrückgang von 4,7 Prozent hinnehmen – im Jahresverlauf beträgt das Minus bislang 0,5 Prozent.

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Im Februar musste VW einen Absatzrückgang von 4,7 Prozent hinnehmen – im Jahresverlauf beträgt das Minus bislang 0,5 Prozent.

Redaktion 25.03.2016

Wenn die Töchter der Mutter helfen

Während Volkswagens Kernmarke weiter strauchelt, dürfen sich die Konzerntöchter Seat, Skoda und Porsche über Rekordergebnisse freuen.

WOLFSBURG. Die geschrumpften Verkaufszahlen der Kernmarke mit dem VW-Logo haben dem gesamten Volkswagen-Konzern im Februar ein Absatz-Minus eingebrockt: Die Verkäufe sanken im Jahresvergleich um 1,2 Prozent auf 693.300 Fahrzeuge, wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte. Im Jänner waren sie noch um 3,7 Prozent geklettert. Bemerkenswert an dieser Monatsbilanz ist vor allem der Umstand, dass unter allen Konzernmarken in Folge des Dieselskandals nur VW ein schlechteres Verkaufsergebnis hinnehmen musste. Alle anderen VW-Töchter legten bei den weltweiten Verkäufen im Februar zu.

Weltweite Rückgänge

Bei VW Pkw gingen die Verkaufszahlen um 4,7 Prozent auf weltweit 394.400 ausgelieferte Fahrzeuge zurück. Auslöser des Dämpfers ist vor allem der Februar-Rückgang von 3,0 Prozent in China; in den USA ging das Geschäft um 13,2 Prozent zurück, und auch in Russland (minus sieben Prozent) und Brasilien (minus 39,5%) ging die Talfahrt weiter.

Im Jahresverlauf liegen die Verkaufszahlen damit um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, über das Jahr rechnet VW-Markenvorstand Jürgen Stackmann mit einer ähnlichen Entwicklung: „Die Verkäufe der Marke Volkswagen bleiben weltweit betrachtet nahezu stabil.”
Deutlich positiver gestaltet sich derzeit die Lage bei der Konzerntochter Seat, die im Vorjahr – erstmals seit 2008 – wieder einen Gewinn einfahren konnte. 2015 habe man ein positives Nettoergebnis von 6 Mio. € verbucht, berichtete Markenchef Luca de Meo bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen; im Jahr 2014 hatte es bei Seat noch Verluste von 66 Mio. € gegeben.
Ungeachtet des Abgasskandals, der auch einige Dieselmodelle der Spanier betrifft, kletterte der ­Umsatz beim langjährigen Sorgenkind der VW-Gruppe im Vergleich zu 2014 um elf Prozent auf den Rekordwert von gut 8,33 Mrd. €. „Wir verdienen erstmals wieder Geld, haben mehr als 400.000 Fahrzeuge verkauft und in Martorell auch ­einen Produktionsrekord von 477.077 Einheiten erreicht”, sagte de Meo.

Skoda verfolgt Wachstumskurs

Ähnlich positiv entwickelten sich die Geschäfte bei Skoda: Die im mittelböhmischen Mlada Boleslav (Jungbunzlau) ansässige VW-Tochter hat 2015 ihren Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent auf 708 Mio. € gesteigert und damit einen neuen Rekordwert erzielt; die Erlöse seien um 6,2 Prozent auf 12,49 Mrd. € gestiegen, teilte Skoda mit.

Laut Finanzvorstand Winfried Krause haben höhere Verkaufszahlen und Kostensenkungen zum Gewinnanstieg beigetragen. 2015 hat Skoda Auto 1,055 Mio. Fahrzeuge ausgeliefert, um 1,8 Prozent mehr als 2014. Vorstandschef Bernhard Maier sagte, sein Unternehmen werde auch heuer einen Wachstumskurs verfolgen und in die Zukunft der Marke investieren.
Auch Porsche stützt die unter dem Dieselskandal ächzende Mutter in Wolfsburg mit einem Rekordergebnis; der operative Gewinn legte im vergangenen Jahr um 25% auf 3,4 Mrd. € zu.
Damit darf sich Volkswagen unter dem Strich über 850 Mio. € von Porsche freuen, wie Finanz­vorstand Lutz Meschke erklärte. Denn die Hälfte der Gewinnabführung fließt normalerweise an Porsche zurück, damit der Sportwagenbauer zum Beispiel seine hohen Kosten für Forschung und Entwicklung stemmen kann.
Insgesamt verkaufte Porsche im vergangenen Jahr gut 225.000 Fahrzeuge. Der Umsatz schnellte um 25% auf 21,5 Mrd. € – und damit erstmals über die 20-Milliarden-Marke. (red)

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