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Wien Energie sieht in der E-Mobilität große Potenziale © Wien Energie/Popp-Hackner
© Wien Energie/Popp-Hackner

30.10.2015

Wien Energie sieht in der E-Mobilität große Potenziale

Langsam, aber sicher kommt die Elektromobilität auch in der Breite an: Wien Energie reagiert darauf mit einem Ausbau der Ladeinfrastruktur.

••• Von Jürgen Zacharias

WIEN. Seit Jahren beschäftigt das Thema Elektromobilität die Automobilbranche, und immer wieder war vom bevorstehenden Durchbruch der Technologie die Rede. Genauso oft aufgeschoben, könnte dieser Durchbruch nun tatsächlich unmittelbar bevorstehen, die jüngsten Zulassungszahlen (siehe Grafik unten) der Statistik Austria lassen jedenfalls einen deutlichen Trend in Richtung Stromer erkennen, und auch Christian Ammer, Unternehmenssprecher Wien Energie, prophezeit der Technologie eine vielversprechende Zukunft: „Das steigende Interesse zeigt sich schon heute in den Zulassungszahlen. Aus unserer Sicht ist daher auch die von der Politik genannte Zahl von 200.000 zugelassenen Elektroautos in Österreich im Jahr 2020 absolut realistisch.”

Immer mehr Anreize

Laut Ammer würden steigende Akku­kapazitäten und sinkende Kosten für Elektroautos in Zukunft „einen noch größeren Anreiz” für viele Menschen zum Umstieg auf Elektromobilität setzen. Initiativen, wie jene von Verkehrsministerium und Stadt Wien, in der Hauptstadt bis 2018 insgesamt 250 zusätzliche Elektro-Taxis auf die Straße zu bringen, geben der Technologie weiteren Auftrieb.

Technologie für die breite Masse

„Derzeit sind es Modellregionen wie Wien, die Elektromobilität erlebbar machen. Schon bald wird diese umweltfreundliche Art der Mobilität aber ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein”, ist sich Christian Ammer sicher und sieht im Trend hin zum Elektroauto auch Komfortvorteile auf Autofahrer zukommen: „Mit der weiteren Vernetzung der Ladeinfrastruktur und dem ‚Internet der Dinge' wird sich in fünf Jahren eine vollkommen neue Art von Mobilität zeigen. Das Suchen, Finden und Reservieren von Ladestationen wird kein Thema mehr sein, das könnte dann sogar das Elektroauto eigenständig im Rahmen der Routenplanung für uns übernehmen.”

Infrastruktur wächst

Aktuell liegt in der fehlenden Lade­infrastruktur neben den (zwar steigenden, aber nach wie vor) geringen Reichweiten der Fahrzeuge das größte Wachstumsproblem der Technologie. Ammer rechnet allerdings mit einem raschen Ausbau: „Derzeit gibt es im Großraum Wien über 60 Standorte mit rund 350 Ladepunkten, die alle (halb-)öffentlich zugänglich sind. Bis Ende 2015 werden in Wien und Niederösterreich weitere 130 Ladepunkte fertiggestellt.”

Ergänzendes Mobilitätsangebot

Auch in anderen Städten und Regionen werden ähnlich ambitionierte Ausbauprogramme gewälzt. „Als Ladestellenbetreiber unterstützt Wien Energie gerade im kritischen Markthochlauf mit einem umfangreichen Ausbauplan den Elektromobilitätstrend; dabei spielen Lademöglichkeiten für Flottenkunden und den regionalen Wirtschaftsverkehr eine bedeutsame Rolle”, so Ammer. „Gerade bei dieser Zielgruppe erwarten wir eine entsprechende Akzeptanz und Marktchancen.”

Trotzdem dürfte E-Mobilität vor allem ein „ergänzendes Mobilitätsangebot” bleiben. „Im öffentlichen Verkehr sind U-, S- und Straßenbahnen seit Jahrzenten elektrisch unterwegs”, so Ammer.
In Zukunft rechnet er mit einem Miteinander und Nebeneinander dieser Mobilitätsangebote, „das flexible Umsteigen zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln” wird zum Alltag gehören. „Alle Verkehrsteilnehmer können dann je nach aktuellem Bedarf das – nach Kosten- und Zeitkriterien sowie persönlichen Vorlieben – günstigste Verkehrsmittel wählen.”

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