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Arbeitsmarkt „mobil” analysieren © Panthermedia.net/Kasia Bialasiewicz
© Panthermedia.net/Kasia Bialasiewicz

19.06.2015

Arbeitsmarkt „mobil” analysieren

Beschäftigung Arbeitslose telefonieren weniger

Cambridge. Mobiltelefondaten lassen eine Echtzeit-Analyse zum Grad der Beschäftigung von Menschen zu, wie eine aktuelle Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigt.

Sozialverhalten untersucht

Diese Aussagen zur Arbeitslosigkeit sind deshalb besonders präzise, weil sich die Verhaltens- und auch Kommunikationsmuster im Falle eines Job-Verlusts schnell ändern: Laut den MIT-Forschern sinkt die Zahl der Anrufe nach der Entlassung von Arbeitnehmern um 51%. Auch reduziert sich dann die Beanspruchung von Telefonmasten zur Übertragung von Telefonaten um 20%. „Menschen, die ihren Job verloren haben, werden seltener angerufen und kontaktieren andere weniger”, sagt Co-Autor Jameson Toole. „Das soziale Verhalten geht zurück, was einer der Gründe ist, warum Entlassungen solche negative Konsequenzen haben.”
Die Basis der Studie bildete die Schließung einer Anlage in der Automobilbranche, die plötzlich 1.100 Menschen in einer Kleinstadt von 15.000 Einwohnern arbeitslos machte. Die daraus gewonnenen Daten ermöglichten die Erstellung eines Algorithmus für Mobiltelefone, um dabei die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, ob die jeweiligen Handy-Besitzer arbeitslos geworden sind oder nicht.
Danach dehnten die Forscher das Modell auf größere Regionen aus und verwendeten die Arbeitslosenzahl über acht Quartale hinweg. (pte/red)

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