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Die neue Generation am Jobmarkt tickt anders © Panthermedia.net/Rawpixel
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Redaktion 19.05.2017

Die neue Generation am Jobmarkt tickt anders

Junge Top-Talente erschaffen sich in der digitalen Welt eine professionelle Identität zum Selbstmarketing.

NÜRNBERG/ST. GALLEN. Kontrollierte Transparenz ist in den Augen junger Top-Talente ein wichtiger Erfolgsfaktor. So erschaffen sie sich in der digitalen Welt eine professionelle Identität zum Selbstmarketing. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Global Perspectives Barometer 2017” (siehe unten).

Von wegen sorglos

Konträr zur allgemeinen Auffassung, geht die junge Generation nicht sorglos mit ihren persönlichen Daten um. Die Erhebung zeigt: Zwar teilen und verbreiten fast alle Befragten persönliche Informationen online. Jedoch entscheiden sie bewusst, welche Details sie veröffentlichen. Neben (mind.) einem fast obligatorischen Foto, das 93% der Befragten veröffentlichen, stehen berufliche Informationen im Vordergrund: Bildungsweg, aktueller Job und Infos über die berufliche Karriere. ­Persönlichere Informationen – etwa zur religiösen oder politischen Weltanschauung – werden sehr viel seltener mit der Online-Öffentlichkeit geteilt. 74% unterscheiden bei ihren Online-Profilen zwischen persönlichen und professionellen Profilen. „Der Führungsnachwuchs geht also keineswegs naiv mit persönlichen Informationen um. Vielmehr sehen Sie einen professionellen Online-Auftritt ihrer Person als wichtige Voraussetzung für beruflichen Erfolg”, sagt Rolf Bachmann, Vice President des St. Gallen Symposiums.

Der Führungsnachwuchs teilt seine Erfahrungen als Arbeitnehmer ähnlich wie Kunden ihre Bewertungen zu Produkten oder Dienstleistungen. Mehr als 50% der Befragten zeigen Bereitschaft, sich online über den Arbeitgeber zu äußern: 35% derer mit Berufserfahrung haben dies auch schon getan, weitere 24% wären bereit dazu. Auch die Infobeschaffung zu einem potenziellen Arbeitgeber verändert sich: Fast zwei Drittel der Nachwuchskräfte würden aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter kontaktieren oder Plattformen zur Arbeitgeber-Bewertung wie etwa kununu nutzen. „Unternehmen haben damit teilweise die Kontrolle über ihr Image als Arbeitgeber verloren”, so Fabian Buder vom GfK Verein. „Die relevantesten Informationen über einen möglichen Arbeitgeber werden heute nicht durch die PR-Abteilung geliefert. Eine Arbeitgeber-Marke wird durch die Mitarbeiter geprägt, also sollten diese gute Gründe haben, Positives zu ihrem Arbeitgeber zu erzählen.” (red)

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