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Die wichtigsten ToDos für die Personalmanager © www.picco.at

Julian Mauhart (Deloitte): „Neue Wege des Lernens als Antwort auf Skill Gaps – hier hat Österreich eine Menge aufzuholen.”

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Julian Mauhart (Deloitte): „Neue Wege des Lernens als Antwort auf Skill Gaps – hier hat Österreich eine Menge aufzuholen.”

PAUL CHRISTIAN JEZEK 08.05.2015

Die wichtigsten ToDos für die Personalmanager

Deloitte Global Human Capital Trends Komplexe Arbeitsabläufe und das Umfeld stressen Österreicher

Mitarbeiter-Commitment und Leadership fordern die HR-Spezialisten weltweit am meisten.

Wien. Im Rahmen der aktuellen Deloitte Global Human Capital Trends wurden mehr als 3.300 HR- und Unternehmensleiter in mehr als 100 Ländern befragt. Das wichtigste Ergebnis der heuer zum dritten Mal durchgeführten Studie: Mangelndes Commitment der Mitarbeiter ist für 87% der Befragten derzeit das wichtigste HR-Thema.

Laut Deloitte ist dies in erster Linie mit den wachsenden Anforderungen der Generation Y an ihren Arbeitsplatz zu erklären. Einerseits stehen Sinnhaftigkeit der Tätigkeit sowie das Bedürfnis nach persönlicher Weiterentwicklung stärker im Vordergrund als der nächste Sprung auf der Karriereleiter. Andererseits herrscht ein starker Mangel an bestimmten Fähigkeiten oder Skills am Markt, der den Wettbewerb um Schlüsselarbeitskräfte anfacht. Arbeitgeber müssen daher vermehrt auf ihre Unternehmenskultur und den Abgleich der persönlichen und beruflichen Ziele ihrer Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen achten, damit Commitment und Motivation der Belegschaft nicht nach-lassen.

Leadership als „Hebel”

Im direkten Zusammenhang mit dem Commitment der Mitarbeiter steht deren Führung. Im Vorjahr noch an erster Stelle, stellt Leadership heuer für 86% der Befragten ein wichtiges Thema dar, für 50% sogar ein sehr wichtiges. Insbesondere der kontinuierliche Aufbau von Führungskompetenzen sowie neue Ansätze für Führungslernen und den Aufbau von Nachwuchs haben sich als wesentlich erfolgreicher herausgestellt als punktuelle Trainings. „Gute Mitarbeiter werden mobiler, autonomer und stellen höhere Ansprüche an ihre persönliche Entwicklung – im Gegensatz zu einer vordergründigen Karriereorientierung. Dies macht es schwer, sie zu führen und an das Unternehmen zu binden”, erläutert Julian Mauhart, Partner Deloitte Österreich.
Vor dem Hintergrund, dass mangelnde Skills Wachstum behindern, nannten 85% der Teilnehmer „Aus- und Weiterbildung” als drittes Top-Thema, eine deutliche Steigerung zum achten Platz im Vorjahr. In diesem Bereich hat Österreich großen Aufholbedarf. Der Weg führt von traditionellen Methoden hin zu integrierten und digitalen Lernformen, die bei Bedarf zum richtigen Zeitpunkt abrufbar sind. „Je stärker Unternehmen das Lernen in die Arbeitsabläufe integrieren und damit mehr Reflexion und Dialog ermöglichen, umso höher ist das Commitment der Mitarbeiter”, erklärt Mauhart.

Jede Menge Stress

Eine zusätzliche Herausforderung für die Mitarbeiter ist die hohe Komplexität des Arbeitsumfelds. Dies gilt insbesondere für Österreich, wo 85% der Studienteilnehmer angeben, dass Arbeitsumfeld und -abläufe als besonders komplex wahrgenommen werden.
Damit liegt Österreich noch einmal deutlich über dem ohnehin schon hohen internationalen Wert von 74 %. Unternehmen haben offensichtlich Schwierigkeiten, Stress am Arbeitsplatz zu verringern, Geschäftsprozesse zu vereinfachen und Mitarbeiter bei der Bewältigung der Informationsflut zu unterstützen. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen plant bereits konkrete Projekte, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen.
Mauhart sieht in diesem Bereich noch Potenzial: „Dies beginnt banal beim Durchforsten eingeschliffener Arbeitsroutinen und -termine. Die Anzahl von Meetings, Reports oder Telefonkonferenzen zu verringern, ist eine der wirksamsten und am wenigsten ausgeschöpften Maßnahmen zur Erhöhung von Produktivität und auch von Lebensqualität; Personalabteilungen könnten hier eine Vorreiterrolle einnehmen und Führungskräften wie Mitarbeitern spürbar schlankere und einfachere Methoden zur Verfügung stellen.”

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