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Mehr Know-how ist eine strategische Investition © PbEB

Alice Fleischer: „Auch Sicherheit und Gesundheit zählen zu den Top-Themen.”

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Alice Fleischer: „Auch Sicherheit und Gesundheit zählen zu den Top-Themen.”

PAUL CHRISTIAN JEZEK 22.05.2015

Mehr Know-how ist eine strategische Investition

Top-Trends Big Data kommt – Informatik, EDV, Rechnungswesen und Recht werden noch wichtiger

Schon mehr als 70% der österreichischen Unternehmen evaluieren den Erfolg von Weiterbildung.

Wien. Unsere Firmen sind offenbar nicht ganz sicher, wie 2015 verlaufen wird: 37% der Unternehmen blicken laut einer Studie von Makam Research heuer auf ein schwierigeres Geschäftsjahr, 34% erwarten ein gleichbleibendes Geschäftsjahr, und 27% erwarten eine im Vergleich zum Vorjahr posi-tivere Entwicklung.

„Sicher ist aber: Wem die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens wichtig ist, der investiert in Weiterbildung”, sagt Alice ­Fleischer, die neue Sprecherin der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB). Denn Weiterbildung werde laut 74% der befragten Führungskräfte primär eingesetzt, um Unternehmen zu stärken und wettbewerbsfähig zu machen. Die weiteren ­Beweggründe waren, die Motivation zu erhöhen und Beschäftigte an den Betrieb zu binden – sie lagen mit 16% bzw. 9% an zweiter und dritter Stelle.

Konstante Budgets

Positiv ist auch, dass die Weiterbildungsbudgets konstant bleiben: Für das laufende Geschäftsjahr planen 70% gleichbleibende Budgets. Weitere 9% der Firmen haben weniger Budget, im Vorjahr waren es noch 13%. Im Vergleich dazu haben 15% der Unternehmen heuer höhere Ausgaben für Weiterbildung eingeplant; das entspricht etwa dem Vorjahresniveau.
„Wir sehen die Entwicklung der Weiterbildungsbudgets positiv. Dass weniger Unternehmen heuer ihre Budgets reduzieren, ist zumindest ein klares Signal, dass den Firmen die Bedeutung von Weiterbildung nach Jahren des Sparens wieder bewusst wird”, kommentiert PbEB-Sprecherin Fleischer.

Verkauf im Vordergrund

Wie im Vorjahr wurden die Firmen gefragt, welche Bedeutung sie einzelnen Weiterbildungsmaßnahmen zuordnen. Den größten Konkurrenzvorsprung erwarten sich die Unternehmen durch Marketing- und Verkaufstrainings, die schon seit dem Vorjahr immer wichtiger werden (heuer 52%). „Der Kampf um Marktanteile wird immer härter, aus Sicht der Unternehmen tragen Marketing- und Verkaufstrainings stark zum Konkurrenzvorsprung bei, deshalb zählen sie zu den wichtigsten Weiterbildungsbereichen”, begründet Alice Fleischer.
An zweiter Stelle steht der Bereich Technik und Produktion, der heuer allerdings an Bedeutung verloren hat (43%). Nach wie vor an dritter Stelle steht das Thema Persönlichkeitsentwicklung, das von den Befragten heuer ebenfalls als weniger wichtig eingestuft wurde (30%).
Nicht zu vergessen sind auch die deutlichen und statistisch signifikanten Steigerungen in den Bereichen Informatik und EDV-Anwendung, Rechnungswesen und Recht. „Big Data und Datenanalyse ist in aller Munde und kommt langsam auch bei den Unternehmen an. Dazu kommt, dass Abläufe immer effizienter gestaltet werden müssen, und Informatik spielt dabei eine Schlüsselrolle”, erklärt Fleischer.
Reiht man die Weiterbildungsbereiche nach Häufigkeit, so liegen die Bereiche Sicherheit, Gesundheit und Arbeitnehmerschutz nur knapp hinter Marketing- und Verkaufstrainings und noch vor Technik/Produktion und Persönlichkeitsentwicklung.
„Das sind Weiterbildungsberei-che, die von den Firmen besonders oft angeboten werden, unter anderem, um damit gesetzliche Auflagen zu erfüllen”, erklärt Fleischer.
„Dass rechtliche Rahmenbedingungen gerade in der Weiterbildung eine wichtige Lenkungsfunktion haben, zeigt sich auch beim Wunsch der Unternehmen nach mehr Förderungen.”

Förderungen erwünscht

Mehr als zwei Drittel jener Firmen, die heuer gleich viel für Weiterbildung ausgeben, würden ihre Budgets erhöhen, wenn es mehr Förderungen gäbe, zeigt die PbEB-Studie. „Damit könnte man nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken, sondern auch in die Höherqualifizierung von Arbeitnehmern investieren”, meint Fleischer.
Insgesamt ortet die PbEB-Spre-cherin Entwicklungspotenzial beimBildungscontrolling, wenngleich bereits mehr als 70% der Firmen ihre Weiterbildungsmaßnahmen messen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen haben häufig nicht die Strukturen, um eigene Instrumente für ein umfassendes Bildungscontrolling zu schaffen. Gerade hier können Bildungsträger unterstützen. „Auch einfache Methoden der Erfolgsmessung können Auskunft darüber geben, wie Maßnahmen wirken und wo es weiteren Qualifizierungsbedarf gibt”, rät Fleischer. (pj)

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