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Neue Chefs braucht das Land © MDI/Foto Wilke

MDI-Chef Seit mehr als 20 Jahren widmet sich Gunther Fürstberger dem Thema Führung und Entwicklung und ist dabei als Trainer, Coach und Berater für internationale Großunternehmen tätig.

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MDI-Chef Seit mehr als 20 Jahren widmet sich Gunther Fürstberger dem Thema Führung und Entwicklung und ist dabei als Trainer, Coach und Berater für internationale Großunternehmen tätig.

daniela prugger 04.11.2016

Neue Chefs braucht das Land

MDI bietet einen neuen Praxislehrgang an und ­propagiert laterale Führungsstile in Unternehmen.

••• Von Daniela Prugger

WIEN. Wenn es um Lösungen im Bereich Führungskräfte­entwicklung geht, ist MDI Management Development International einer der führenden Anbieter. Der Großteil der Trainings- und Beratungsleistungen wird in Englisch oder einer der Landessprachen von mehr als 30 verschiedenen Ländern erbracht.

MDI-Kunden sind vorwiegend international agierende Großunternehmen, für die MDI maßgeschneiderte Entwicklungsprogramme für Führungskräfte auf allen Ebenen (High Potentials, Experten, Projektmanager und Vertriebsmitarbeiter) konzipiert und durchführt – lokal, international und global.
2015 verzeichnete MDI in ­Österreich ein Umsatzwachstum von 15%, der Umsatz der gesamten Firmengruppe inklusive der internationalen Tochterfirmen stieg um 25%.
Seit einiger Zeit bietet MDI auch den Praxislehrgang „Führen, ohne Chef zu sein” an. Das Konzept der lateralen Führung geht weg von starren hierarchischen Führungstools und nutzt das Potenzial jedes einzelnen Mitarbeiters. medianet hat sich mit Gunther Fürstberger, dem Geschäftsführer, unterhalten.


medianet:
Welche Vorteile hat das Konzept ‚Laterale Führung' für Unternehmen?
Gunther Fürstberger: Kundenorientierte Zusammenarbeit von Experten ist in unserer Know-how-orientierten Wirtschaft zum zentralen Wettbewerbsfaktor geworden. Die internen Know-how-Träger haben mit der Lateralen Führung ein Konzept zur Hand, das ihnen hilft

medianet:
Welche Punkte kritisieren Sie an hierarchischen Führungsstilen und warum?
Fürstberger: Hierarchische Führung ist weiterhin sinnvoll, aber reicht allein nicht mehr aus. Wird zum Beispiel eine für ein Kundenprojekt nötige Entscheidung die Hierarchieebenen hinauf- und hinuntergespielt, ist der Kunde schon beim Mitbewerb, der agiler agiert und es versteht, in vernetzten Strukturen erfolgreich zu arbeiten.

medianet:
Wie hoch ist das ­Interesse an der Weiterbildung – und wie offen sind denn die Führungskräfte selbst?
Fürstberger: Das Interesse ist sehr hoch. Wir sind vor acht Jahren mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen, mittlerweile haben es fast alle einschlägigen Seminaranbieter im Programm. Laterale Führung ist nicht nur für Experten ohne ­Positionsmacht interessant, sondern auch für Linienführungskräfte. In einem firmeninternen Seminar in der Stahlbranche habe ich mich gewundert, dass die meisten Teilnehmer Linienführungsverantwortung für über hundert Mitarbeiter hatten. Ich fragte sie, warum sie denn zum Seminar Laterale Führung gekommen seien. Die Antwort: ‚Klassische Führungsseminare haben wir schon genug gemacht, jetzt wollen wir lernen, wie wir unsere Kollegen auf der gleichen Ebene führen können und wie wir unsere Mitarbeiter motivieren können, ohne auf Positionsautorität zurückzugreifen.'

medianet:
In welchen Branchen und Bereichen lässt sich denn eine nicht hierarchische Führungsweise besonders sinnvoll umsetzen?
Fürstberger: Mittlerweile gibt es kaum mehr eine Branche, in der Laterale Führung nicht erfolgsentscheidend wurde. Begonnen haben IT- und Pharmaunternehmen, da hier das Wissen von vielen Experten effektiv kombiniert werden muss, um eine optimale Wertschöpfung am Markt zu erreichen. Aktuell wird die Fähigkeit ‚Commitment gewinnen als Laterale Führungskraft' insbesondere in Branchen gebraucht, in denen Agilität zur Kernkompetenz wurde, um in dieser VUCA-Welt (volatile, uncertain, complex und ambiguous) die Nase vorn zu behalten. Dies trifft insbesondere auf Branchen zu, die hohen Innovationsdruck haben.

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