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Von den Startups lernen © Personal2015 Süd/Fotostudio Franz Pfluegl

Personal2015 Süd: Im Personalmanagement stehen die Zeichen auf Innovation.

© Personal2015 Süd/Fotostudio Franz Pfluegl

Personal2015 Süd: Im Personalmanagement stehen die Zeichen auf Innovation.

19.06.2015

Von den Startups lernen

Kreativitätshelden New Work, neue Spielregeln und Führungskulturen – Innovation geht auch im HR-Bereich

Der Personalmanagement-Markt wird derzeit von vielen Neugründungen „aufgemischt”.

Stuttgart. Der Bewerber als Bittsteller, der Boss als Bestimmer und jeder Fehler ein Problem – diese Vorstellungen von der Arbeitswelt gehören zunehmend der Vergangenheit an. Die Zeichen stehen auf Innovation (auch) im Personalmanagement. Auf der Messe Personal2015 Süd in Stuttgart gab es zuletzt für die Personalverantwortlichen zahlreiche Anregungen für eine Neuausrichtung ihrer Berufspraxis.

„Wir müssen aufhören, die Zukunft des Business anhand unserer bisherigen Erfahrungen und Erinnerungen zu entwickeln”, sagte Axel Liebetrau, der zu den einflussreichsten Experten für Innovation im deutschsprachigen Raum zählt. „Die Fähigkeit, die neuen Spielregeln des Business frühzeitig zu identifizieren und schnell umzusetzen, wird das Erkennungszeichen erfolgreicher Unternehmer von morgen”, so der Managementberater und Unternehmer. Gerade in der Personalarbeit gelte es, täglich Entscheidungen zu treffen, die sich fundamental auf die Zukunft von Unternehmen auswirkten.

Die Tugend aus der Not

„Unter jungen Talenten besteht ein hohes Interesse an der Arbeit in Startups”, erklärte Martin Trenkle, Gründer des Startups Campusjäger, einer Plattform zur Vermittlung von Studenten für Praktika, Werkstudenten und Berufseinstieg. „Startups gelten als sehr innovative Arbeitgeber, und das ist tatsächlich so: Mitarbeiter können meist bei größeren Entscheidungen mitwirken, der Weg zur Entscheidung ist nicht so weit wie in einem Konzern und der Spaßfaktor steht im Vordergrund.”
„Startups machen aus der Not des Fachkräftemangels eine Tugend: Sie sind besonders innovativ und aktiv, um talentierte und gleichzeitig bezahlbare Leute zu gewinnen, weiterzuentwickeln und zu halten”, meinte Stefan Detscher, COO der Regiohelden, einem spezialisierten Anbieter für lokale Internetwerbung.
Derzeit entstehen außerdem viele Startups, die als Anbieter den Markt für das Personalmanagement erobern, insbesondere im Recruitingumfeld: Viele Startups versuchen, den Bewerbungs- und Suchprozess für den Bewerber zu vereinfachen. Wenn eine Plattform es schafft, gute Kandidaten von ihrem Service zu überzeugen, folgen auch zahlungskräftige Arbeitgeber.
So war etwa das Jungunternehmen Talerio als Aussteller auf der Personal2015 Süd vertreten: Das Onlineportal, gegründet von Daniel Barke und Marlon Litz-Rosenzweig, nutzt ein ausgeklügeltes Verfahren, um die Eigenschaften und Talente von Studenten und Young Professionals zu ermitteln. Der Clou: Mithilfe von eigens entwickelten Testfragen entsteht ein anonymisierter Lebenslauf. Der Bewerbungskreislauf wird auf den Kopf gestellt, denn die Firmen können sich auf dieser Grundlage direkt bei den Kandidaten bewerben. Das Startup hat konkret damit geworben, dass sich zum Zeitpunkt der Messe bereits 56.396 Nachwuchstalente auf der Plattform „tummelten”...

Mitarbeiterempfehlungen

Eine besonders gute Möglichkeit, hochqualifizierte und vor allem gut zur eigenen Unternehmenskultur passende Bewerber zu gewinnen, sind auch Mitarbeiterempfehlungen. Mit der firstbird GmbH mit Stammsitz in Baden bei Wien war zu diesem Thema der Gewinner des HR Innovation Slam 2014 in Stuttgart am Start. Das digitale Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm schließt eine Schwachstelle im System: die Motivation der Mitarbeiter, am Empfehlungsprozess teilzunehmen. Das Startup aus Österreich motiviert die Beschäftigten mobil und spielerisch, geeignete Kandidaten zu empfehlen und Jobs auf ihren Sozialen Netzwerken zu teilen. (pj)

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