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Was Manager korrumpiert © APA/AFP/Johannes Eisele

Dieselgate Wegen des Abgasskandals bei Volkswagen trat CEO Martin Winterkorn zurück – „im Interesse des Unternehmens” und obwohl er sich „keines Fehlverhaltens bewusst” war.

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Dieselgate Wegen des Abgasskandals bei Volkswagen trat CEO Martin Winterkorn zurück – „im Interesse des Unternehmens” und obwohl er sich „keines Fehlverhaltens bewusst” war.

Redaktion 04.11.2016

Was Manager korrumpiert

Entscheidend ist die Persönlichkeit, aber auch andere Variablen haben mitunter Einfluss.

WIEN. Skandale wie etwa jüngst jener um die gefälschten Abgaswerte im VW-Konzern stellen auch die Frage in den Raum, warum Führungskräfte in einem so enormen Ausmaß verantwortungslos agieren können, dass sie damit ganze Unternehmen ins Chaos stürzen. WU-Professor Günter Stahl widmete sich genau dieser Frage in einem groß angelegten Forschungsprojekt zum Thema „Responsibility & Leadership”. Mit seinem Team untersucht er jene Faktoren, die Führungskräfte in ihrem Verhalten beeinflussen.

Die Ergebnisse zeigen: Nicht nur individuelle Persönlichkeitsmerkmale – wie ausgeprägte narzisstische Tendenzen und eine Abschottung gegenüber Kritik – entscheiden, vielmehr spielen organisationale, gesellschaftliche und kulturelle Variablen eine Rolle. Je mehr sich etwa eine Führungskraft mit Teilen ihrer Firma identifiziert, je mehr Empathie sie aufbringt, desto eher wird sie verantwortlich handeln. Teams mit hoher Diversität, mit Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Ausbildungshintergrund sowie unterschiedlicher Nationalität könnten beispielsweise flexibler auf die Anforderungen diverser Stakeholder eingehen, heißt es in der Aussendung.

Allzu shareholdergetrieben

Problematisch sei es, wenn die Interessen auf einen Teil im Unternehmensgefüge, etwa die Anteilseigner, ausgerichtet sind, wenn also der Gewinn der Aktionäre das überwiegende Unternehmensziel ist. Hier lägen auch mögliche Ansatzpunkte für „verantwortungsvolles Führungshandeln”, so Stahl. „Beispielweise kann ein CEO, der Werte wie Integrität, soziale Verantwortung und Sustainability vorlebt sowie ein diverses Topmanagement-Team, das die Bedürfnisse einer Vielzahl von Stakeholdergruppen kennt, bei strategischen Entscheidungen berücksichtigt, den notwendigen Kulturwandel nachhaltig im Unternehmen verankern.” (red)

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