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Eine Studie über Airbnb ist viel zu wenig © Screenshot www.airbnb.at

Screenshot von Airbnb: Auch in Wien vermieten immer mehr Leute ihre Wohnung.

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Screenshot von Airbnb: Auch in Wien vermieten immer mehr Leute ihre Wohnung.

12.06.2015

Eine Studie über Airbnb ist viel zu wenig

Österreichische Hoteliervereinigung Präsidentin Reitterer fordert „To do”-Liste statt „Best Practice”-Sammlung

Wien. „Sharing ist okay. Aber gegen Shadow Economy muss die Politik entschieden vorgehen. Ein Papier zu veröffentlichen, das ist zu wenig”, sagt Michaela Reitterer, die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV).

Die Web-Plattform Airbnb agiert überall gleich, aber die Politik reagiert völlig anders: in New York, Paris, Berlin oder Barcelona ist man sehr restriktiv, in Wien hat man offenbar andere Probleme.

Hoteliers sind verärgert

Barcelona bestraft Schwarzvermietung mit 30.000 €, Wien kündigt an, eine Studie zum Thema „Privaten Wohnraum vermieten” in Auftrag zu geben.
„Eine Studie als einzige Reaktion auf Steuerreduktion mit System ist ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen Steuerzahler”, kritisiert Reitterer.
Das Airbnb-Motto „Live like a local” steht nicht in der Kritik, hält Reitterer fest: „Neue Städte erkunden, bekannte Städte neu entdecken, der Blick hinter die Kulissen ist sicherlich interessant. Den wollen wir auch nicht stoppen.” Doch das befreit den Vermieter nicht von der Steuerpflicht: „Auch die Vermieter der ‚locals' zahlen Steuern”, entgegnet Reitterer den Sozialromantikern, die das knallharte Geschäftsmodell der Konzerne in Diskussionen gern ausblenden.
Das Airbnb-Geschäftsmodell ist darauf ausgelegt, Steuern zu vermeiden. Airbnb verweist auf die Vermieter im Land und fordert sie auf, nationale (Steuer-) Gesetze einzuhalten.

Steuerhinterziehung

Das Finanzministerium hat Steuerfahndungsansuchen an Länder geschickt, in denen Sharing-Plattformen ihren Sitz haben.
„Wir wollen sehen, wie viel Geld an den Finazämtern vorbei-manövriert wird. Wichtiger wird aber sein, das System zu knacken: Schließen wir die Steuerlücken, dann müssen wir nicht jedem Euro nachlaufen. Das zahlt ja auch der Steuerzahler”, so Reitterer.

ÖHV: Wien soll handeln

Die von der Stadt Wien beauftragte Studie zur Shadow Economy zeigt: Es gibt viel zu tun. Mittlerweile hat sogar San Francisco, die Geburtsstadt von Airbnb, mit einer Registrierungspflicht für Vermieter reagiert.
Davon, dass Wien das auch einführt, ist derzeit die Rede – trotz erwiesener Einnahmenausfälle für die Stadt und anderer Probleme.
Auch der Amsterdamer Ansatz (ein Abkommen mit Airbnb zur Abführung der Tourismusabgaben) und die Vorgangsweise von Berlin (dort ist die Zweckentfremdung von Wohnungen zur touristischen Nutzung verboten) wären für Wien denkbar, aber „bekannte Vorgangsweisen zusammenzufassen, ist zu wenig; die Stadt muss handeln”, so Reitterer.(gb)

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