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Tourismusland unter der Lupe © Peter Kühnl/Puradies

Gut investiert „Gerade für den Tourismus, der saisonalen Schwankungen unterliegt, stark von Klima- und Wetterverhältnissen abhängig ist und hohe Investitionen tätigt, ist es wichtig, sich vorausschauend gegen etwaige Risiken und Krisen zu rüsten.”(Boris Recsey, CRIF Österreich)

© Peter Kühnl/Puradies

Gut investiert „Gerade für den Tourismus, der saisonalen Schwankungen unterliegt, stark von Klima- und Wetterverhältnissen abhängig ist und hohe Investitionen tätigt, ist es wichtig, sich vorausschauend gegen etwaige Risiken und Krisen zu rüsten.”(Boris Recsey, CRIF Österreich)

PAUL CHRISTIAN JEZEK 17.02.2017

Tourismusland unter der Lupe

Rund 4.000 Gastronomiebetriebe wurden im Vorjahr gegründet – klingt eindrucksvoll, ist aber ein Rückgang.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Die Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich hat in einer aktuellen Erhebung einen Blick auf unterschiedliche Aspekte der heimischen Beherbergungsbranche und Gastronomie geworfen. Ermittelt wurden die Anzahl an Neugründungen und Insolvenzen der Jahre 2016 und 2015, die Eigenkapitalausstattung der Betriebe in den neun Bundesländern, die beliebtesten Standorte sowie die Anzahl der weiblichen Führungskräfte.

Zwischen dem 1.1. und dem 31.12.2016 wurden demnach hierzulande rund 4.000 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe gegründet – der Großteil davon als Kleinunternehmen. Das ist ein Rückgang um 3% im Vergleich zum Vorjahr, wo insgesamt rund 4.100 Betriebe gegründet wurden. Im Bundesländervergleich waren im Jahr 2016 die Wiener bei den Neugründungen führend, gefolgt von den Niederösterreichern sowie den Steirern. Die Schlusslichter bildeten Vorarlberg und das Burgenland (siehe Tabelle).
Demgegenüber standen rund 800 eröffnete Insolvenzverfahren – ein Rückgang um 11%, verglichen mit 2015. 30,6% der Insolvenzen entfielen dabei auf Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe mit Sitz in Wien.

Eigenkapital braucht das Land

Die Beherbergungs- und Gastro­nomiebetriebe verfügten im Untersuchungszeitraum insgesamt über eine positive Eigenkapitalausstattung. Ein Ost-West-Gefälle war aber dennoch erkennbar: Vorarlberg belegte mit einer durchschnittlichen ­Eigenkapitalquote von rund 25% im Bundesländerranking den ersten Platz, gefolgt von Salzburg mit 21 und Kärnten mit 18,1%, während Wien mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalquote der dortigen Betriebe von 4,2% das Schlusslicht ­bildete.

„Im Vergleich zu Handels- und Bauunternehmen hat die Beherbergungs- und Gastronomiebranche die geringste durchschnittliche Eigenkapitalquote”, erklärt Boris Recsey, Geschäftsführer CRIF Österreich.

Nach Wien oder nach Tirol

32,3% der österreichischen Großbetriebe aus dem Beherbergungsbereich haben ihren Sitz in Wien, gefolgt von NÖ und OÖ (jeweils 16,1%). Unabhängig von der Größe residieren die meisten Gastronomiebetriebe in Tirol (18%), gefolgt von Wien (16,2%) und der Steiermark (13,7%).

„Sowohl Wien als auch Tirol zählen zu den beliebtesten Destinationen ausländischer Touristen”, sagt Recsey. „Wien punktet vor allem durch sein riesiges Kunst- und Kulturangebot sowie seine Spitzengastronomie, während sich Tirol vor allem während der Wintermonate bei Ski- und Snowboardern größter Beliebtheit erfreut.”

Frauen an die Macht

Im Bundesländervergleich agieren in den Tiroler Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben die meisten Frauen in Führungspositionen (18,5%). Dahinter folgen die Steiermark (14,7%) und Wien (14,3%).

„Generell sind Frauen in den Chefetagen – unabhängig von der Branche – noch immer unterrepräsentiert; dabei zeigen verschiedene Studien, dass Unternehmen mit einer Frau an der Spitze oft erfolgreicher sind als männlich geführte”, mahnt ­Recsey. „Hier gibt es für Österreich auf jeden Fall noch einiges an Aufholbedarf. Im Gegensatz zu Handels- und Bauunternehmen überrascht aber gerade die geringe Frauenquote in der Beherbungs- und Gastronomiebranche.”

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