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Vom runden Leder bis zum Urlaub am See © Burgenland Tourismus
© Burgenland Tourismus

sabine bretschneider 02.12.2016

Vom runden Leder bis zum Urlaub am See

Das Burgenland erlebt heuer ein touristisches Rekordjahr. ­Tourismuschef Mario Baier über die strategischen Schwerpunkte.

••• Von Sabine Bretschneider

Der Tourismus im Burgenland blickt in den letzten Jahren auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurück. medianet führte dazu ein Gespräch mit Mario Baier, ­Geschäftsführer der Burgenland Tourismus GmbH.


medianet:
Burgenland Tourismus war auch heuer wieder sehr aktiv in Sachen Marketing. Würden Sie für uns kurz die Highlights zusammenfassen?
Mario Baier: Heuer haben wir erstmals mit Videos und TV-Spots um Urlaubsgäste geworben. Die Spots liefen im Umfeld des Wetterberichts auf ORF 1 und 2, auf Servus TV und Schau TV, sind aber auch auf allen unseren digitalen Kanälen und auf Megascreens am Wiener Rathausplatz während der Fußball-EM geschaltet worden. Im Fokus stand das Thema ‚Sommerurlaub am Neusiedler See'. Zum Thema ‚Familienurlaub' haben wir Kinospots produziert; diese liefen dann in Wien und Niederösterreich im Umfeld von Top-Kinder-Kinofilmen.

medianet:
Fußball war heuer ein bestimmendes Thema …
Baier: Mit dem Sponsorvertrag mit dem Österreichischen Fußballbund hat das Burgenland 1997 Neuland betreten. Erstmals hat eine Tourismusregion mit dem österreichischen Nationalteam geworben. Ein Highlight war heuer sicher unsere Road­show durch alle Bundesländer und dem Titel ‚Das 100.000 Euro Supergoal'. An einer eigens konstruierten Burgenland-Torwand in Einkaufszentren wie etwa im Outlet in Parndorf, aber auch am Wiener Hauptbahnhof, am Flughafen und im Prater konnten Fußball-Fans ihr fußballerisches Können unter Beweis stellen und Preise gewinnen.

medianet:
Auch Martini war ein großes Thema – Franz Perner, Spartengeschäftsführer für Tourismus in der Wirtschaftskammer, hat kürzlich erklärt, man erlebe derzeit eine ‚Renaissance' des Martinifeierns …
Baier: Dass Martini für den burgenländischen Tourismus heute so bedeutsam ist, liegt daran, dass die Qualität beim Essen, Schlafen und Trinken in den letzten Jahren sehr gestiegen ist. Es ist eine vielfältige Gastronomieszene entstanden, die dem Gast authentische Kulinarik auf hohem Niveau bietet, und die überwiegende Verwendung regionaler Produkte ist längst eine Selbstverständlichkeit. Wein- und Kulinarikreisen boomen – und das Burgenland profitiert da sehr stark davon.

medianet:
Auch organisatorisch gab es einige Neuerungen …
Baier: Ganz wichtig war die operative Finalisierung des neuen burgenländischen Tourismusgesetzes mit der Umwandlung des Burgenland Tourismus in eine GmbH, der Einsetzung eines Beirats und damit einer Bündelung von Kräften und Mitteln. Wir wollten die über 130 Tourismusverbände auf einige wenige größere und schlagkräftige Verbände reduzieren. Das Ergebnis: Ab 1. Jänner 2017 wird es im Burgenland 19 größere Tourismusverbände geben. Wir haben somit kompaktere Strukturen als Ansprechpartner und können insgesamt, in Kooperation und Marketing, effizienter agieren.

medianet:
Würden Sie für uns eine kurze kaufmännische Zwischenbilanz ziehen?
Baier: Wir haben heuer das beste Jahr in der Tourismusgeschichte des Burgenlands. Von Jänner bis September 2016 sprechen wir von einem Zuwachs bei den Ankünften von 9,8 Prozent und plus 5,9 Prozent bei den Übernachtungen. Steigerungen gab es sowohl bei den Gästen aus dem Ausland – mit einem Plus von 4,0 Prozent auf 163.324 Ankünfte – als auch aus dem Inland mit plus 11,3 Prozent auf 692.790 Ankünfte. Erfreulich sind weiters Zuwächse bei den Übernachtungen aus Ungarn mit plus 5,3 Prozent, aus der Slowakei mit plus 22,8 Prozent und der Tschechischen Republik mit plus 23,6 Prozent.

medianet:
Abschließend, wie sieht Ihre Zukunftsstrategie für die nächsten Jahre aus?
Baier: Seit Anfang September arbeiten wir mit dem Land, den Stakeholdern und den Leitbetrieben an der Tourismusstrategie 2020+. Bis Anfang kommenden Jahres laufen Workshops mit den Anbietern, Unternehmern und Tourismusverbänden – und im Frühjahr 2017 soll die Strategie 2020+ stehen und der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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