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Wenn der Sommer nicht mehr lang ist … © Zell am See-Kaprun

Redaktion

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Redaktion 01.09.2017

Wenn der Sommer nicht mehr lang ist …

… sind die Tourismuszahlen in Österreich so gut wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Branche jubelt schon jetzt.

••• Von Paul Christian Jezek

Kultur in den Städten, Relaxen in den Thermen, Sonnenbaden an klaren Badeseen, Wandern in den Bergen – in kaum einer anderen Destination als Österreich ist Urlaub dermaßen abwechslungsreich.

Entsprechend erfreulich lesen sich die Zahlen, welche die Statistik Austria diesen Montag bekannt gegeben hat: In der bisherigen Sommersaison (Mai bis Juli) verbuchten die Betriebe ein Nächtigungsplus von 4,4% auf 35,93 Mio. – das beste Ergebnis seit 1992.
Die Zahl der Gäste stieg um 5,7% auf 11,84 Mio. – und auch das ist ein neuer Höchstwert.

Profiteure und Verlierer

Die Nächtigungszahl stieg vor allem in gewerblichen (+13,8%) und privaten (+9,0%) Ferienwohnungen deutlich an. Die wichtigste Hotelkategorie der 5-/4-Stern-Betriebe verzeichnete ein vergleichsweise kleines Nächtigungsplus von 1,4%.

Einen überdurchschnittlich hohen Zuwachs von 6,5% verzeichneten auch Hotels der mittleren Kategorie (3-Stern).
In den 2-/1-Stern-Betrieben war die Entwicklung hingegen rückläufig (–6,0%).

Statements aus den Ländern

Für das „weite Land” war der Juli der beste der vergangenen 20 Tourismusjahre in NÖ. Der beachtliche Zuwachs ausländischer Gäste sei ein Zeichen dafür, dass „neben dem Urlaubs- und Gesundheitstourismus vor allem der Wirtschaftstourismus auf gesunden Beinen steht”, kommentiert Christoph Madl, Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung.

„Der Mix an Quellmärkten ist eine Bestätigung, dass unser Marketing und die konsequente Marktbearbeitung greifen.” Besser könne es im Tourismus aktuell gar nicht laufen. „Wir hoffen nun auf einen schönen Altweibersommer und ein Gästeplus im Weinherbst Niederösterreich.”
Auch in Oberösterreich gibt es in den einzelnen Kategorien teilweise zweistellige Zuwächse. Zurückzuführen sei dies auf „die Kombination aus Natur- und Kulturerlebnis mit neuen attraktiven Angeboten z.B. für Wanderer und Radfahrer sowie eine Vielzahl international besetzter Sport- und Kulturveranstaltungen”, sagt Tourismusreferent Lhptm.-Stv. Michael Strugl. „Besonders erfreulich entwickeln sich die Nächtigungen z.B. der Deutschen (+14%), Tschechen (+10%), Polen (+20%), Slowaken (+24%) sowie Chinesen (+66%).”
Bei den Unterkunftskategorien punkten sowohl die gewerblichen Betriebe als auch Privatquartiere und ganz besonders Ferienwohnungen (+15%) – und ganz besonders Campingplätze (+33,6 %).

70% mehr Campingankünfte

Bei Letzterem handelt es sich offenbar um einen allgemeinen Boom: Im Juni gab es über 246.000 Ankünfte auf heimischen Campingplätzen, meldet der Österreichische Camping Club (ÖCC) – das entspricht einer Steigerung von 70% gegenüber Juni 2016.

Und auch bei den Übernachtungen ist der Zuwachs enorm: Im Juni konnten die Campingplätze Österreichs knapp 915.000 Nächtigungen ver­buchen – das sind 60% mehr als 2016. „Solche Wachstums­raten sind nicht alltäglich”, sagt ­Daniel Kunc vom ÖCC. „Von der gesteigerten Beliebtheit des Campens profitieren dabei insbesondere die Bundesländer Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg.”
Nicht „nur” beim Camping gewinnt Österreich dabei als Urlaubsland enorm an Attraktivität – nicht zuletzt aufgrund der weltweiten Sicherheitslage. Nach Einschätzung von Kunc macht sich (auch) hier gleichzeitig die Mühe der Platzbetreiber bezahlt: „Viele Betreiber haben in den vergangenen Jahren allerhand in ihre Campingplätze investiert und ihr Angebot ausgebaut und deutlich verbessert – die Qualität vieler Plätze ist enorm gestiegen.”

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