DOSSIERS
Das neue Vollweiß © Smartaste (3)

Einführung Gerfried Pichler (Lebensmitteltechnologe/ Bestess GmbH) mit Mario Pozzi (CEO/SmarTaste GmbH, Klagenfurt) nahmen sich dem internationalen Rollout von Integralbianco an.

© Smartaste (3)

Einführung Gerfried Pichler (Lebensmitteltechnologe/ Bestess GmbH) mit Mario Pozzi (CEO/SmarTaste GmbH, Klagenfurt) nahmen sich dem internationalen Rollout von Integralbianco an.

30.10.2015

Das neue Vollweiß

Integralbianco überzeugt mit innovativen Produkten – etwa Weißbrot mit dem gesundheitlichen Nutzen von Vollkornbrot.

WIEN. Integralbianco versucht sich nun auch in Österreich zu etablieren. Das italienische Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Weißmehl mit dem ernährungsphysiologischen Nutzen von Vollkornmehl spezialisiert.

Das Verfahren – das Resultat jahrzehntelanger Erfahrung von Integralbianco mit der italienischen Traditionsmüllerei Varvello 1888 und in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Bologna – wird damit erstmals außerhalb Italiens und mit österreichischem Getreide angewendet. In Österreich wird die eingedeutschte Bezeichnung Vollweiß verwendet – die Abkürzung für Vollwert-Weißmehl.

Bio-Mehl bis Ende des Jahres

Die Produkte enthalten laut Angaben des Unternehmens verdauungsregulierende, lös­liche Ballaststoffe. Die Produkte sind demnach besonders leicht verdaulich und liefern laut Inte­gralbianco „vollständig bioverfügbare, lösliche Ballaststoffe – mehr als Vollkornprodukte, wo diese Bestandteile noch in den Schalenbestandteilen eingebunden sind”.

Im Grunde werden aus der Kleie die löslichen Bestandteile herausgefiltert. „Der Vorgang ist für alle Getreidearten anwendbar, und es ist nicht wesentlich, ob es sich um konventionelles oder biologisches Getreide handelt”, so Gerfried Pichler von Integralbianco im medianet-Gespräch. Ein Bio-Mehl habe man derzeit noch nicht auf den Markt gebracht – das ist das Ziel bis Ende des Jahres.

Potenzial für Hotellerie

„In Österreich gibt es einen Stück-für-Stück Launch. Zurzeit bemühen wir uns darum, dass wir interessierte Bäcker für uns gewinnen, damit die mit Integralbianco-Mehl backen”, führt Pichler aus, und weiter: „Bäcker sind momentan die absolut richtige Zielgruppe für uns. Denn überlegen Sie sich nur: Wie oft kaufen Sie ein Kilo Mehl und wie oft essen Sie ein Stück Gebäck?”

Seit Sommer dieses Jahres läuft die Suche nach Bäckern nun schon: „Wir haben schon mit den großen Bäckern geredet, mit den kleineren gehen Verhandlungen etwas schneller.” Bereits als Partner gewinnen konnte Integralbianco etwa die Bäckerei Ebner in Bad Bleiberg und Villach und die Bäckerei Müller-Gartner in Wien. Das Ziel des Unternehmen ist es, in Österreich flächendeckend vertreten zu sein – vorrangig natürlich in den Landeshauptstädten. „Jene Produkte, die aus Integralbianco bestehen, aber anders hergestellt werden, bringen wir nun langsam im deutschsprachigen Raum in Umlauf”, so Pichler. Schließlich müssen Namen und Inhaltsangaben erst übersetzt werden. Als verarbeitetes Produkt gibt es Pasta aus Weizenmehl und innovativen Nudelgetreiden wie Roggen und glutenfreiem Buchweizen. Die Produkte sind für jeden gedacht. „Aber an Ernährung interessierte Personen sind meistens kaufkraft-stärker. Außerdem wollen wir auch ganz bewusst die vegane Zielgruppe fokussieren”, erklärt Pichler.

Chance für Nischenprodukte

Rein von der Käuferschicht spreche man deshalb wohl eher den Premium-Konsumenten an. Die Produkte bietet Integralbianco auch für die Hotellerie und Gastronomie an und bietet „einige Profilierungsmöglichkeiten – zum Beispiel bei der Gesundheits- und Lifestyle-Zielgruppe”. Mit den Produkten habe man sich „nicht das Ziel gesetzt, überzeugte Vollkornesser vom Gegenteil zu überzeugen, sondern Weißbrotprodukte bekömmlicher und gesünder zu machen”, erklärt das Unternehmen.

Low Carb und andere Trends

Integralbianco bemühe sich darum, eine Lösung zu bieten für jene Personen, die Weißbrot einfach lieber mögen oder für jene Anlässe (Semmerl zum Frühstück, Wurstsemmel, Baguette), die aus der österreichischen Beliebtheitsliste nicht wegzudenken sind.

Eine aktuelle Entwicklung kommt dem Unternehmen ganz besonders zugute: Der Trend zur bewussten Auseinandersetzung mit Ernährung, der auch häufig mit einer reduzierten Aufnahme von Kohlenhydraten einhergeht. Mittlerweile wird Brot auch bei Krankheiten wie Diabetes und Fettleibigkeit mitverantwortlich gemacht und hat wohl irgendwo auch seine Unschuld in der Gesellschaft verloren.
Daneben tut sich eine Lücke am Markt auf – vor allem für Nischenprodukte, wie Inte­gralbianco sie produziert. „Wir versuchen, uns weltweit zu etablieren und wollen eine glokale Idee umsetzen”, so Pichler. (jp)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema