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Der intelligente Messeauftritt © SPS Marketing
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Michael Fiala 16.09.2016

Der intelligente Messeauftritt

Der Kontakt bei einer Messe ist ein realer Berührungspunkt, der Emotionen zum Schwingen bringen kann.

••• Von Michael Fiala

In der virtuellen Kunden-Anbieter-Welt erhält der Messe­auftritt eine ganz besondere Bedeutung und wird zum Beziehungs-Anker. Die Messe schafft Wirklichkeit und Vertrauen, wo zuvor oft nur nebulöse Assoziationen und Vorstellungen zum Unternehmen vorherrschten. Sie ist ein realer Berührungspunkt, der Emotionen zum Schwingen bringen kann.

Die Messebesucher erleben Technologie hautnah; spielerisch entdecken sie Innovationen mit interaktiven Tools. Willkommen im Brand-Land – der perfekt inszenierten Image- und Marken-Welt. Die Messebesucher wollen fasziniert werden. Und das funktioniert nur mittels intelligentem Zusammenspiel aller Prozess-Schritte: von der Strategie und Planung, über die Konzeption und Ideenentwicklung, bis hin zur Umsetzung. Die Messe als kontinuierlicher ­Management-Prozess basiert auf sieben wesentlichen Schritten:

1. Strategische Planung (Messe­auswahl, Messeziel, Budgetierung, Exponatauswahl, Messetraining)
2. Konzeptionelle Planung (Messemotto, Kommunikation, Messeauftritt, PR-Konzept, Mafo-Konzept)
3. Operative Planung (Standbau, Standlogistik, Reiseplanung, Termin- und Kostenkontrolle)
4. Messedurchführung (Messe­kontakte, Team-Coaching, Tägl. Reporting, Befragungen, Mitbewerbsscreening)
5. Messe-Follow-up (Leaderfassung, Dankesbriefe, Lead-Management, Reporting)
6. Ergebnis-Analyse (Einladung, Kontaktqualität, Neukunden, Befragungen, PR-Arbeit)
7. Prozessoptimierung (Poten­zialanalyse, Weiterentwicklung des operativen Prozesses).

Intelligente Inszenierungen lassen Nähe zu und motivieren zum spielerischen Erforschen interessanter Inhalte. Das ­Bewegtbild hat im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Messebesuchers gute Karten: Einfache Animationen können komplizierte Abläufe verständlich erklären. Und sie dringen ebenso schnell ins Relevant Set der Zielgruppe ein wie authentische, kurze Videoclips.

Wirksame Reise

Bewegtbild kann Geschichten erzählen und die Messe­besucher auf eine kurze, aber sehr wirksame Reise mitnehmen. Um die Wirkung zu multiplizieren, setzen erfolgreiche Marken auf crossmediale Verschränkung: Ein Teaser-Clip, beispielsweise in Social Media-Kanälen lanciert, schürt bereits im Vorfeld Neugier und generiert lange vor dem Messeauftritt Auf­merksamkeit. Lange nach der Messe lassen sich Videos und Clips via Roadshows, im Web oder implementiert in Apps nutzbringend einsetzen und verwenden.

Ein weiteres, wichtiges Tool im Rahmen von Messen ist Augmented Reality (kurz AR). Es ist eine bahnbrechende neue Technologie, die gerade im Bereich der werblichen Kommunikation einen interessanten Zusatznutzen generiert. Vor allem beim Messeauftritt kann beispielsweise die Verschränkung von realem Exponat mit einer Augmented Reality-App wichtige Impulse setzen und für begeisterte Messebesucher sorgen.
Eine App am iPad erkennt über die Kamerafunktion und 3D-Tracking die Position des Exponats und gibt Zusatzinfos dazu. Zum Beispiel wird dadurch dem Besucher via Röntgen-Blick, Einsicht ins Innere des ausgestellten Objekts gewährt. Über Touch können Informationen und Animationen abgerufen werden. So geschehen etwa am Internationalen Automobilsalon Genf 2015 für Magna Steyr. Damit wird eine völlig neue, sehr emotionale Form der Produkt-Präsentation und -Erklärung erzielt. Der Messebesucher kann eine digitale Welt hinter der bloß sichtbaren Realität entdecken und er wird ins Geschehen miteingebunden. Er interagiert mit den Exponaten, erforscht sie mit digitaler Unterstützung.
Doch wir stehen erst am Beginn der praktikablen Nutzbarkeit. Denn in Riesenschritten werden Weiterentwicklungen kreiert. Wir dürfen also gespannt sein, was die Zukunft bringt und welche kreativen Anwendungsformen noch entwickelt werden.

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