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Der wirtschaftliche Nutzen rückt stärker in den Fokus © panthermedia.net/alphaspirit
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02.06.2015

Der wirtschaftliche Nutzen rückt stärker in den Fokus

Columbus Arena 0.15 DMVÖ-Vizepräsident Jürgen Polterauer und DMVÖ-Vorstand Wolfgang Hafner geben einen Überblick über den aktuellen Stand der Einreichungen zum diesjährigen Award, dessen Neukonzeption auch die wichtigsten Trends der Dialogmarketing-Branche widerspiegelt.

Wien. Columbus im neuen Gewand. Der Preis des Dialog Marketing Verbandes Österreich (DMVÖ), der am 15. Oktober verliehen wird, präsentiert sich heuer in veränderter Form: Die bisher getrennten Veranstaltungen „Insight Arena” und „Columbus” verschmelzen erstmals zur neu konzipierten Preisverleihung „Columbus Arena 0.15”.

„Die bisherigen Zielgruppen der Besucher unterscheiden sich voneinander”, erläutert DMVÖ-Vizepräsident Jürgen Polterauer. Der Columbus selbst war eher für die Agenturseite, die Arena für die Kundenseite. Es geht um einer „stärkere Vernetzung von Auftraggebern und Dienstleistern”, betont DMVÖ-Vorstand Wolfgang Hafner. Schließlich gehe es darum, das „Best of” zu zeigen – sowohl im Bereich Consulting wie auch bei den Arbeiten. So sei es naheliegend gewesen, diese Events zusammenzulegen.
„Weiters geht der Award selbst immer mehr in Richtung Effizienz und Erfolgskontrolle”, so Polterauer. Es ist also nicht mehr ein reiner Creative-Award, sondern jede ausgezeichnete Kampagne muss auch mit entsprechenden Leistungswerten aufwarten können. „Damit sind wir auch für Werbetreibende in den vergangenen Jahren interessanter geworden”, erläutert der DMVÖ-Vize.

Zukunftsmodell

„Dass das neue Columbus-Format auch die nächsten Jahre in seiner aktuellen Form über die Bühne geht, daran arbeiten wir als Verband intensiv”, betont Hafner. „Wenn wir Zuspruch zum Format bekommen, ist das das Modell für die weiteren Jahre. Der Preis wird stärker in Business-Kontext gesetzt, man sieht die besten Kampagnen und hat rundherum noch Zeit, Vorträge und Keynotes zu hören”, so der Verbands-Vorstand. Was mit der Umstellung des Formats bereits gelungen sei: Neben den Agenturen selbst reichen auch immer mehr Unternehmen selbst Arbeiten für den Direktmarketing-Preis ein.

Workshops

Bezüglich der Anzahl der Einreichungen für den Columbus liege man derzeit bei vergleichsweise stabilen Zahlen, der Großteil der Protagonisten werde jedoch erst gegen Ende der Einreichfrist (diese endete nach Redaktionsschluss am 28. Mai) seine Arbeiten im Detail vorlegen, heißt es seitens des DMVÖ.
„Die Einreichungen werden ernsthafter, und die gezeigten Kampagne erfolgsorientierter”, so Polterauer. Reine „Einreichkampagnen” sehe man immer seltener. Die vorgestellten Arbeiten selbst werden immer professioneller aufbereitet. „Das ist auch der Grund, warum der DMVÖ zu diesem Thema Workshops anbietet”, so Polterauer weiter. Die allgemeinen Trends im Direktmarketing, die seitens des Verbandes derzeit geortet werden? Aus Sicht Polterauers sind es integrierte Zugänge, Dialog in Echtzeit und Behavorial Marketing.
Hafner erklärt, dass „aus meiner Sicht die Digitalisierungswelle die heimischen Unternehmen voll erreicht hat”. Derzeit gehe man einen Schritt hin zum Data Driven Marketing – ein Trend, der die Unternehmen aktuell Tag für Tag beschäftigt, so Hafner.
Diese Veränderung ist mehr als ein Trend – es ist die Transformation der Wirtschaft, um mit Kunden respektive Konsumenten interagieren zu können, so Polterauer. „Der Druck und der Speed dieser Entwicklung ist enorm. Immer mehr Kommunikation wird in Zukunft datenbasiert stattfinden. Letztlich werden jene Unternehmen und Agenturen auf der Siegerstraße zu finden sein, die diese Zukunft früh akzeptieren und auf diese Entwicklung aufspringen”, erklärt der CEO der dialogschmiede.
Wie es sich auch international immer mehr durchsetzt, komme man auch hierzulande zur Überzeugung, dass es nicht mehr genüge, einfach nur Kommunikation zu machen, betont ergänzend Hafner, Chef bei dialogic. Gefordert ist eine ganzheitliche Costumer Experience. Die Unternehmen sind aufgefordert, das Einkaufserlebnis „lustvoller, besser und insgesamt wesentlich freudvoller” zu machen, so Hafner.

Veränderungen an der Basis

Die Transformation, die auch die gesamte Direktmarketingbranche betrifft, ist bereits jetzt in vollem Gang. Die Dialogspezialisten werden mittelfristig wohl eher als „Data Driven Marketer” bekannt sein, so Hafner, eine Aufbruchsstimmung mache sich breit, die Agenturen sind bereit, ihr Know-how zu erweitern und die Herausforderungen der Digitalisierung vol anzunehmen. Die Daten sind bereits vorhanden, sei es via Kundenkarte oder mittels Suchprofil auf den jeweiligen Onlineshops – die Unternehmen wissen heute mehr denn je über die eigenen Kunden. In den Onlinemedien könne man zudem viel treffgenauer agieren, wie es etwa bereits bis auf Kleinstzielgruppen personalisierte Werbung via Facebook-Ads beweise, wie Hafner erläutert.

Analoges Wissen

Was mit der höheren Treffgenauigkeit einhergeht, ist ein Umstand, der in Zeiten wie diesen als unumstößliches ökonomisches Argument gilt: Es sind dadurch Kos-teneinsparungen möglich. Einen Trend sieht der dialogic-Chef auch in intelligenterem E-Mail-Marketing und in automatisierten Kampagnen. Aber: Trotz all der Umwälzungen werde auch weiterhin das Core-Wissen der Dialogmarketer gebraucht, so Hafner. „Die Unternehmen brauchen auch weiterhin die analoge Schiene, um Reichweite zu erzielen. Wenn man groß mobilisieren will, braucht man Direct Mails”, betont der DMVÖ-Vorstand abschließend. (red)

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