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Family Business © Druckerei Berger
© Druckerei Berger

26.02.2016

Family Business

Drei erfolgreiche Druckereien und ihre Herausforderungen, ­Gedanken, Stärken und Perspektiven.

••• Von Skender Fejzuli

WIEN. 2014 wuchsen 60% der österreichischen Familienunternehmen laut dem Österreich Report der „Familiy Business Survey” von PwC. 2015 zeichnete sich ein ähnliches Bild unter den Top 20-Druckereibetrieben in der Auswertung der am 3. März erscheinenden medianet ­rankingweek ab.

Was macht ein Familienunternehmen anderes? medianet hat mit Vertretern der Next Generation erfolgreicher Familienunternehmen aus der Druckbranche gesprochen.

Kreativ

Lisa Aichhorn, Controlling und Marketing bei Samson Druck, stieg Mitte letzten Jahres in den Familienbetrieb ein, der 2015 mit einem deutlichen Umsatzplus abschloss. Als Vorteil erwies sich, dass sie auch bereits davor immer wieder Zeit im Familienunternehmen verbracht hatte und es schon kannte. Damit konnte sie schon in den ersten Monaten Verbesserungen bei internen Prozessen und kreativeres Denken einbringen, was Strukturen und Arbeitsweisen betrifft.

Als wesentlichen Faktor des Erfolgs sieht sie den Vorteil von zwei Generationen an der Spitze mit der Mischung von praktischem Wissen aus ­mehreren Jahrzehnten von ­ihrem Vater und den neuen Ideen und Denkweisen von ihr selbst.
Wenn es um die Pläne des Unternehmens für dieses Jahr geht, bleibt die Salzburgerin verschlossen und gibt nur zu verstehen, dass es vielleicht ein Thema für die Mai-Ausgabe dieses specials sein wird. Für die Zukunft hofft sie auf ein besseres Miteinander anstelle des Gegeneinanders in der Branche.

Zielstrebig

Vor etwas mehr als zwei Jahren übergab Peter Berger Senior seinem Sohn Peter und seinem Neffen Ferdinand Berger die gemeinsame Geschäftsleitung der Druckerei Berger. Sie sind mittlerweile die fünfte Generation an der Spitze des über 140 jährigen Traditionsbetriebs.

Was ist das Geheimnis des langen Erfolgs? „Alle haben immer an einem Strang gezogen, genauso wie wir beide es jetzt auch machen, und jede Generation konnte ihre eigenen Ideen einbringen, wobei es heutzutage bei der Innovationen immer mehr um Details geht”, sind sich die Cousins einig. Eine klare Aufteilung der Aufgaben zwischen den beiden gibt es trotz fließender Prozesse; auf diese Art kann jeder von ihnen sein Bestes geben, wenn es um die Bewältigung der Ziele und Herausforderungen des Marktes geht.
Die Zukunft sehen sie als Chance für innovative Geister und investierten zuletzt Millionen in die Produktion, obwohl sie 2016 weitere Fusionen und Übernahmen in ihrer Branche erwarten.

Multitalent

Benjamin Jentzsch, Geschäftsführer der Druckerei Jentzsch, übernahm 2014 die Führung des Famielienbetriebs. Das erste Jahr, in dem er die alleinige Verantwortung übernommen hat, beschreibt er als spannend.

Warum? „Das Privatleben wurde aufgrund der großen neuen Aufgabe in den Hintergrund gedrängt, was aber bei verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben in einem Familienunternehmen leichter fällt”, erinnert er sich. 2015 konnte das Unternehmen durch die im Vorjahr getätigten Investitionen trotz komplexer werdender Projekte rund 1.000 zusätzliche Aufträge abwickeln.
2016 plant Jentzsch, neue Produktgruppen in das Portfolio aufzunehmen, die ersten Schritte dafür wurden schon im Vorjahr gesetzt. Für die Branche erwartet er generell, dass sich jene Unternehmen am Markt durchsetzen werden, die sich als Gesamtdienstleister möglichst breit aufstellen und eine Onlineabwicklung zu vernünftigen Preisen anbieten.

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