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Gute Öffentlichkeitsarbeit ist keine Frage großer Budgets © loebell&nordberg/EMG
© loebell&nordberg/EMG

britta biron 02.06.2015

Gute Öffentlichkeitsarbeit ist keine Frage großer Budgets

Launch-PR Annabel Loebell und Grazia Nordberg, die Geschäftsführerinnen von Loebell&Nordberg, sprechen im medianet-Interview über die Wichtigkeit von Öffentlichkeitsarbeit für junge Unternehmen und geben Tipps, wie man auch mit vergleichsweise kleinen Budgets mit seinen Zielgruppen in Kontakt treten kann.

Wien. Eine gute Idee und großes Engagement, das zeichnet viele Jungunternehmer aus. Doch für den geschäftlichen Erfolg braucht das Start-up auch Kunden. Stellt sich also die Frage, wie man diese auch mit eher knappen Budgets erreichen kann. medianet hat mit Annabel Loebell und Grazia Nordberg, den Geschäftsführerinnen der unter anderem auf Launch-PR spezialisierten Full-Service-Agentur loebell&nordberg, gesprochen.

medianet:
Wie schafft man es, mit wenig Budget die notwendige Bekanntheit bei der relevanten Zielgruppe zu erreichen? Ab wann sollte man mit PR starten?
Annabel Loebell: Voraussetzung ist, dass das Produkt bzw. die Marke ausgereift ist. Somit sollten am Anfang Freunde, Familie und die ersten Kunden als ‚early adaptors' für Feedback herangezogen werden, um sich auf die Basics des Business und Kundenerwartungen zu fokussieren. Kommunikation sollte immer mitgedacht werden, auch die Kommunikation im engsten Umfeld ist Seeding und der erste Weg zu breiter Bekanntheit.

medianet:
Welche Gedanken sollte man sich als Start-up grundsätzlich zum Thema Öffentlichkeits-arbeit machen?
Grazia Nordberg: Wenn das Budget knapp ist, muss man oft andere, kreative Wege gehen. Gerade im Bereich der IT-Start-ups sind einschlägige Blogger im deutsch- und englischsprachigen Raum ein gutes Vehikel, um über wichtige Multiplikatoren Aufmerksamkeit zu generieren. Auch eine intelligent gemanagte Guerillamarketing-Aktion ist manchmal ein guter Weg, mediale Aufmerksamkeit für ein noch unbekanntes Produkt zu erregen. Die klassische Pressearbeit bildet dann die Basis rundherum, um diese Kanäle zu verbreitern.

medianet:
Und wie definiert man die Botschaft am besten?
Nordberg: Der erste Punkt ist die Relevanz der Nachricht. Also muss geklärt werden, wer die Zielgruppe ist, und wie ich deren Aufmerksamkeit auf mein Produkt bzw. meine Marke lenken kann. Zudem sollte mein Produkt unabdingbar und unverzichtbar sein. Hat man diese Punkte erfüllt, muss man sich der Glaubhaftigkeit widmen, denn: Man muss die Menschen überzeugen, dass es genau dieses Unternehmen ist, dass es schaffen kann. Schließlich sollte man sich auf die Quintessenz der Message konzentrieren, sie muss simpel, aber eingängig sein. Welcher Satz soll in den Köpfen der Menschen bestehen bleiben? Wie beschreibe ich meine Idee, wenn mich jemand um drei Uhr früh aufweckt, in einem Satz?

medianet:
Welches ist der richtige Zeitpunkt für ein Start-up, um sich externe PR-Unterstützung zu holen?
Loebell: Jedes Unternehmen ist anders, dementsprechend unterschiedlich fällt natürlich auch die Notwendigkeit der Beratung aus. Zudem ist es dank Social Media und zunehmender Digitalisierung der Medien heute deutlich einfacher, mit seinen Zielgruppen zu kommunizieren. Aber auch wenn dies scheinbar einfach und niederschwellig möglich ist, sollte es strategisch gut durchdacht und geplant sein. Denn man hat immer nur ein erstes Mal, Kommunikation erfolgreich zu starten.

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