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Mineralwasser ist in Österreich der Durstlöscher Nummer 1 © panthermedia.net/Danil Chepko
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britta biron 09.06.2015

Mineralwasser ist in Österreich der Durstlöscher Nummer 1

Von prickelnd bis still Rechtzeitig vor der sommerlichen Hochsaison veröffentlicht das Forum Natürliches ­Mineralwasser Daten und Fakten zum Trinkverhalten der Österreicher. Demnach liegt der natürliche Durst­löscher im Trend, Unterschiede zeigen sich aber nach Regionen, Alter und Geschlecht.

Wien. Taucht die Frage nach dem österreichischen Nationalgetränk auf, möchte man fast reflexartig mit „Bier” antworten – und liegt damit falsch. Zumindest wenn es beim Thema Trinken vorrangig um das Löschen des Dursts geht, denn da ist Österreich eindeutig ein Land der Wassertrinker, bzw. hat sich in den letzten Jahrzehnten dazu entwickelt. Während 1970 der Pro-Kopf-Konsum von Mineralwasser bei nur 6 l jährlich lag, ist er auf mittlerweile 90,3 l (das entspricht rund  l täglich) gestiegen, so die vorläufigen Zahlen des Forums Natürliches Mineralwasser für 2014. Der Vergleich mit Deutschland, wo der Pro-Kopf-Verbrauch bei 140 l pro Jahr liegt oder der Schweiz (100 l) zeigt allerdings, dass hier noch ordentlich Luft nach oben ist.

„Heimische Konsumenten haben eine große Auswahl, ist Österreich doch ein Land der Quellen: Aus den mehr als 30 heimische Mineralwasserquellen sprudeln pro Jahr 750 Millionen Liter”, so Herbert Schlossnikl, Obmann und Sprecher des Forums und des Verbands der Mineralwasser- und Tafelwasserbetriebe, die auch regelmäßig Befragungen zum Konsumverhalten durchführen.
Die Mehrheit der Konsumenten – davon eher Frauen als Männer – trinkt Mineralwasser am liebsten pur (87%), knapp zwei Drittel (62%) auch gern gespritzt bzw. in Mix-getränken.

Von Qualität überzeugt

Die „fleißigsten” Mineralwasser-Trinker leben in Niederösterreich und im Burgenland; hier geben jeweils 45% an, zu Hause täglich zum prickelnden Durstlöscher zu greifen. Die Wiener trinken Mineralwasser dagegen am liebsten außer Haus und schätzen vor allem die durststillende Wirkung. Für Oberösterreicher und Salzburger ist es vor allem der Gesundheits-aspekt, der sie zum Mineratlwasser greifen lässt.
Mehr als die Hälfte aller Österreicher (56%) geht davon aus, dass die Qualität von Mineralwasser strengsten Kontrollen unterliegt, und 60% glauben, dass Mineralwasser qualitativ hochwertiger als Leitungswasser ist.
In Ostösterreich wird Mineralwasser vor allem als Hauptgetränk geschätzt, während Konsumenten im Westen es am liebsten als Ergänzung trinken.
Unterschiede gibt es aber nicht nur regional, sondern auch bei Geschlecht und Alter: Für Frauen sind der Geschmack (50%), der Gesundheitsaspekt (44%) und der Zusatz von Mineralien/Spurenelementen (41%) stärker ausschlaggebend als für Männer. Frauen schätzen zudem auch mehr den Komfort des „praktischen Konsums für unterwegs”, den viele Verpackungslösungen bieten.
Die 14- bis 30-Jährigen trinken Mineralwasser vor allem, weil es am besten den Durst stillt (80%) und wegen des Geschmacks (58%). Die 31- bis 50-Jährigen bevorzugen das Getränk auch aufgrund von wertvollen Mineralien und Spurenelementen – für sie spielen Inhaltsstoffe bzw. Zusammensetzung eine stärkere Rolle als für die „jüngeren”.

Still und mit Geschmack

Knapp 40% der Österreicher bevorzugen Mineralwasser mit Kohlensäure, doch die Statistik zeigt, dass die stillen Wasser an Bedeutung gewinnen.
„Hier hat sich der Umsatz innerhalb der letzten zehn Jahre kontinuierlich mehr als verdoppelt; vor allem Frauen bevorzugen diese Sorte”, so Schlossnikl.
Stark gewachsen ist auch das Segment der aromatisierten Mineralwässer, und mit immer neuen Sorten treffen die Hersteller den Geschmack der Konsumenten. Denn immerhin 42% der Mineralwasser-Trinker probieren gern Neues aus, insbesondere die 14- bis 30-Jährigen.

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