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Altersarmut und das Gegenmittel © Business Circle

Philipp Vorndran, Heiko Thieme und Karina Reisner beim Wertpapierforum in Wien.

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Philipp Vorndran, Heiko Thieme und Karina Reisner beim Wertpapierforum in Wien.

11.12.2015

Altersarmut und das Gegenmittel

In der Pension könnte bei vielen Menschen die Armutsfalle zuschnappen. Beim Wertpapierforum in Wien rieten die Experten prophylaktisch zu Aktien.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Das Konferenzunternehmen Business Circle holte namhafte Experten – unter ihnen auch Stefan Bruckbauer (UniCredit), Christian Felber (Autor), Stephan Beyer (Pioneers), Hannes Hermanky (OenB), Wolfgang Matejka (Matejka & Partner), Franz Nauschnigg (OenB) und Alfred Reisenberger (Valartis Bank – für zwei Tage zum Wertpapierforum nach Wien. Dabei war Altersarmut eines der diskutierten Themen.

Philipp Vorndran (Flossbach von Storch) bewertet in diesem Zusammenhang vor allem Investments in Anleihen als kritisch. Aus seiner Sicht wird Altersarmut eines der bestimmenden Themen der nächsten Jahrzehnte. Aktien sind für ihn ein Teil der Lösung, um im Alter über ausreichende Kapitalreserven zu verfügen: „Langfristig orientierte Anleger sollten die Finger von Bundesanleihen lassen. Für die Altersvorsorge kann nicht auf einen hohen Anteil an Aktien verzichtet werden.” Diversifikation ist schwieriger geworden, weil in diesem Jahr alle Anlageklassen gleichzeitig gestiegen und gefallen sind – egal ob Aktien, Anleihen, Gold oder Dollarinvestments, so Vorndran: „Bisherige Korrelationen wie ‚Anleihen steigen, wenn Aktien fallen', gelten nicht mehr, weil bei den Anleihen bei Null Schluss ist.”

Gute Vorzeichen für 2016

Für das kommende Jahr lassen die makroökonomischen Rahmenbedingungen wie graduelle Entspannung am Arbeitsmarkt, eine sich verbessernde Konjunktur und die geldpolitischen Maßnahmen der EZB leichten Optimismus aufkeimen. Für Börsen-Guru Heiko Thieme ist Deutschland als Exportnation großer Profiteur des schwachen Euro.

„Die Gewinne sind etwas künstlich, weil Verbesserungen teilweise von der Währung kommen, und nicht vom Geschäftsvolumen. In den USA basiert ein Teil der Gewin- ne auf Aktienrückkäufen sowie auf Ausgabensenkungen; dennoch bin ich nicht pessimistisch”, meint Thieme. Seine Prognose für den Dow Jones: Noch vor Jahresende ein neues Rekordhoch; 2016 weiter steigend; nach einer Korrektur 2017 oder 2018 dann gegen Ende des Jahrzehnts bei 20.000 Punkten.

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