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Banken spüren die Widrigkeiten © www.christian-husar.com

emotion banking-Chefs Barbara Aigner, Christian Rauscher befragten Banken.

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emotion banking-Chefs Barbara Aigner, Christian Rauscher befragten Banken.

08.05.2015

Banken spüren die Widrigkeiten

Stimmung am Tiefpunkt Neue Wettbewerber, regulatorische Auflagen und wirtschaftliches Umfeld – Stichwort Zinsergebnis – setzen Branche zu

Banken-Spezialist emotion banking befragte die Branche: die Trends und Aussichten im Jahr 2015.

Baden. Die Stimmung der österreichischen Banken ist am Tiefpunkt: Während die Erträge nicht zuletzt aufgrund der Zinssituation wegbrechen, steigt der Kostendruck. Prognostizierten 2014 rund 40% der von emotion banking für das Bankbarometer befragten Banker eine Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage für das kommende Jahr, bewertet sie rückblickend betrachtet keiner positiv.

Und auch der Blick in die nahe Zukunft verspricht heuer nur eine leichte Besserung: Gerade 16,2% blicken positiv in die Zukunft. 71% sind der Meinung, dass sich die Ertragssituation der Banken im letzten Jahr verschlechtert hat.

Mehr Wettbewerb

Für die Ertragssituation sieht man in den kommenden zwölf Monaten ebenfalls nur eine leicht positive Entwicklung, so emotion banking: 77,2% der Befragten sind der Meinung, dass die Intensität des Wettbewerbs in der Bankenbranche zunehmen wird. Die Fintech-Anbieter (s. dazu auch S. 26) werden ihre Markstellung weiterhin ausbauen und seitens der Banken seit zwei Jahren als der Konkurrent Nummer 1 angesehen.
Doch auch die alten Marktmitstreiter, die Direktbanken und Non-/Nearbanks, attackieren weiter den Bankenmarkt, wenn auch mit etwas weniger Schwung als die Jahre zuvor. Finanzvertriebe und Versicherungen spielen am Markt keine bedeutende Rolle mehr. Kopfzerbrechen bereitet der Branche besonders das Zinsergebnis: Gingen letztes Jahr nur 9,2% der Befragten von einer Verschlechterung der Zinserträge aus, so sind es heuer 47,8%. Dem gegenüber stehen zahlreiche Optimisten, was das Provisionsergebnis betrifft (35,4%). Beim Geschäftsvolumen und der Bilanzsumme sind keine großen Veränderungen zu erwarten.

Das neue Geschäft

Das Bankgeschäft der Zukunft findet zum größten Teil nicht mehr in der Filiale, sondern in den Weiten des Cyberspace statt, heißt es weiter: Einen Rückgang des Filialbesuchs erwarten56% der Befragten während Net-Banking (76,1%) bzw. Mobile Banking (87,9%) stark an Attraktivität gewinnen werden.
Die Neukundengewinnung wird von den Bankern immer problematischer eingeschätzt; zeitgleich haben die Banken Baustellen in puncto Chat-, Videoberatung und Verzahnung der digitalen Beratungsmethoden mit bestehenden Prozessen. Top-Themen sind auch die Optimierung und Automatisierung der internen Prozesse sowie die Fähigkeiten der Mitarbeiter; das betrifft u.a. die Beratungs- und Beziehungsqualität.(gst)

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