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Der Regulierungsdruck verursacht hohe Kosten © Ideenwerk
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reinhard krémer 23.09.2016

Der Regulierungsdruck verursacht hohe Kosten

Die Versicherungsbranche hat große Herausforderungen zu meistern, sagt Nürnberger-CEO Kurt Molterer.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Zinsentief und immer mehr Normen, die noch dazu Geld kosten, können Versicherern das Geschäft versauern.

„Der Regulierungsdruck hat in den letzten Jahren enorm zugenommen”, sagt auch der Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Versicherung, Kurt Molterer. „Das alles schlägt sich natürlich in den Kosten nieder. In Verbindung mit dem niedrigen Zinsumfeld sind das die beiden größten Herausforderungen, die unsere Branche derzeit zu meistern hat.”

Sterben mit der „Leben”

Die Zinssituation macht das Leben nicht einfacher – und auch die „Leben” wurde für viele zum Problemfeld: „Natürlich ist die niedrige Zinssituation sehr schwierig für die gesamte Branche. Dies insbesondere in der Klassischen Lebensversicherung. In der Nürnberger sind wir in der glücklichen Lage, unsere Kunden ein umfangreiches Sortiment an Versicherungslösungen für den Kapitalaufbau – wie die Fondsgebundene Lebensversicherung FLV als Alternative zur Klassischen Lebensversicherung – und die Risikoabsicherung anbieten zu können. Zusätzlich haben wir ab Oktober auch Versicherungsprodukte aus dem Sachversicherungsbereich im Angebot”, erläutert Molterer. „Dazu zählen eine Haushaltversicherung mit Privat-Haftpflichtversicherung, eine Eigenheimversicherung mit Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung sowie eine Rohbauversicherung mit Bauherren-Haftpflichtversicherung.”

Unterm Strich ist das Jahr bisher recht gut gelaufen: „Bei uns hat sich die FLV sehr positiv entwickelt; dies insbesondere bei laufender Prämienzahlung. Der Trend bestätigt, dass die FLV weiterhin eines der wichtigsten Vorsorgeinstrumente darstellt und von unseren Vertriebspartnern und Kunden gut angenommen wird”, sagt Molterer. Auch die Kombination mit Risikoversicherungen, wie Berufsunfähigkeit oder Pflege, entwickelt sich weiter sehr erfolgreich.

Drei Pläne für „Betriebliche”

Auch bei den Unternehmen läuft es gut: „Im Firmenbereich haben sich unsere Angebote im Bereich der Betrieblichen Altersvorsorge BAV gut am Markt etabliert”, so Molterer; man bietet drei Konzepte der Betrieblichen Altersvorsorge für Unternehmen jeder Größe.

Solvency II läuft bei der Nürnberger auf Hochtouren: „Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben ist enorm zeit- und kostenintensiv, läuft aber dank eines guten Projektmanagements und engagierter Mitarbeiter nach Plan”, so der Nürnberger-CEO. „Es ist aber auch da noch viel zu tun und wird uns dieser Themenbereich noch einige Zeit beschäftigen.”
Dem Nürnberger-Boss wäre wichtig, dass die Bedeutung der 2. und 3. Pensionssäule in den Augen der Politik und bestimmter Interessensvertretungen wieder mehr Gewicht bekommen würde: „Auch, wenn wir es uns noch so sehr wünschen – die erste Pensionssäule und damit das Umlageverfahren allein wird in Zukunft nicht in der Lage sein, den Lebensstandard der Menschen im Alter zu sichern. Es wäre wichtig, dass alle Beteiligten Klartext sprechen.”

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