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Die Ethik legt erneut zu © Panthermedia.net/PantherMedia/rfphoto

Nachhaltige Geldanlagen haben in Österreich erneut an Bedeutung gewonnen.

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Nachhaltige Geldanlagen haben in Österreich erneut an Bedeutung gewonnen.

PAUL CHRISTIAN JEZEK 03.06.2016

Die Ethik legt erneut zu

Der nachhaltige Anlagemarkt in Österreich hat zum ersten Mal den zweistelligen Milliardenbereich übertroffen.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Laut Marktbericht des Fach­verbands Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) ist 2015 das ­Volumen der nachhaltigen Fonds und Mandate mit +14% und 10,2 Mrd. € Volumen erstmals auf zweistellige Werte angewachsen. Geldanlagen, bei denen neben Finanzkennzahlen auch ökologische und soziale Aspekte einfließen, repräsentieren damit einen Anteil von 6,3% des heimischen Markts.

Mehr als ein Trend

„Es ist ein positives Signal, dass nachhaltige Investmentfonds und Mandate hierzulande innerhalb des Gesamtmarkts überdurchschnittlich zugelegt haben”, sagt dazu der Leiter des FNG Österreich, Wolfgang Pinner. „Dies belegt klar, dass es sich bei nachhaltigen Anlagen um mehr als einen Trend handelt. Nachhaltigkeitskriterien im Anlageprozess zu berücksichtigen, wird auch mit Blick auf die Analyse und Identifikation von Risiken immer wichtiger.”
Der aktuelle FNG-Marktbericht beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der globalen Erwärmung. Finanzakteure aus Österreich implementieren Klimastrategien in erster Linie, um ihre gesellschaftliche Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen wahrzunehmen; an zweiter Stelle rangiert das Motiv Risiko-Management, dicht gefolgt vom Reputations-Management. Beliebte Strategien im Umgang mit dem Klimawandel sind der Ausschluss kohlenstoffintensiver Titel – das sogenannte Divestment –, grüne Investitionen und die Berücksichtigung des Themas Klimawandel bei Dialogen mit Unternehmen und der Ausübung der Stimmrechte. Zunehmend wichtig wird außerdem die Messung des CO2-Fußabdrucks von Portfolios.

Eine Besonderheit des nachhaltigen Anlagemarkts in Österreich ist die starke Vorliebe für Ausschlüsse bestimmter Branchen oder Themen.
„Für nahezu 100% aller nachhaltigen Fonds und Mandate werden Ausschlusskriterien angewendet. Dabei zählen Waffen sowie Kernkraft auch in diesem Jahr zu den wichtigsten Themen”, erklärt Pinner.

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