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Die RBI startet wieder durch © APA/Helmut Fohringer

Karl Sevelda, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International, steuert das Institut wieder in gewinnträchtige Gewässer.

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Karl Sevelda, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International, steuert das Institut wieder in gewinnträchtige Gewässer.

05.02.2016

Die RBI startet wieder durch

Die Raiffeisenbank International überraschte mit einer Gewinnmeldung von satten 383 Millionen für 2015.

••• Von Reinhard Krémer


WIEN. Die letzten Jahre waren für die Raiffeisenbank International (RBI) deutlich härter als für andere Institute: Das Ost-Exposure verlangte seinen Preis, der heftige Verluste bescherte. Umso überraschender kam die Vorausmeldung, dass die Bilanz 2015 (wird am 16. März offiziell präsentiert) einen Überschuss von 383 Mio. Euro bringen wird.

Vom Verlustszenario hatte sich die RBI zwar schon im Herbst verabschiedet, dennoch kam der hohe Konzern-Jahresüberschuss recht unerwartet. Der Grund liegt wieder im Osten, denn dort lief es runder als allgemein geschätzt. Und so konnte man die Nettodotierung zu Kreditrisikovorsorgen gleich um 28 Prozent oder 1,266 Mrd. Euro verringern.

Im Osten läuft´s runder

Auf gut Deutsch: Die Bank rechnet damit, dass man deutlich weniger Ausfälle im Kreditgeschäft zu erwarten haben wird. Das deckt sich auch mit der CEE-Studie der Bank Austria, die im Osten spürbares und nachhaltiges Wachstum ortet.

Für die Aktie der RBI war die Vorausmeldung jedenfalls wie ein warmer Sommerregen: Sie haben am Dienstag im Frühhandel an der Wiener Börse mit deutlichen Kursgewinnen auf die am Vorabend präsentierten Ergebnisse reagiert.
Die Titel kletterten kurz nach Sitzungsbeginn um 9,59 Prozent auf 12,40 Euro nach oben. Inzwischen ging der Kurs zurück und pendelt um die 11,35 Euro pro Aktie. Die vorläufigen Angaben im Detail: Auf Basis der vorläufigen Zahlen betrugen die Risikogewichteten Aktiva (RWA) zu Jahresende 2015 rund 63 Mrd. Euro – nach 69 Mrd. Ende 2014.
Damit lag die von Basel III geforderte Kernkapitalquote CET1 Ratio (Common Equity Tier 1 Ratio) fully loaded Ende 2015 bei rund 11,5 Prozent, nach 10 Prozent Ende 2014.
Für 2014 hatte die RBI ursprünglich einen Konzern-Jahresverlust von 493 Mio. Euro gemeldet, der der Ad-hoc-Mitteilung zufolge nachträglich auf ein Minus von 617 Mio. Euro angepasst wurde. Der Jahresüberschuss betrug 2015 vorläufig 434 Mio. Euro, nach berichteten 463 Mio. Euro Minus bzw. angepasst 587 Mio. Euro Verlust 2014. Vor Steuern machte der Jahresüberschuss 2015 vorläufig 696 Mio. Euro aus; für 2014 waren zunächst 23 Mio. Euro Überschuss vor Steuern vermeldet worden, die wurden nun nachträglich auf 105 Mio. Euro Verlust angepasst.
Die Anpassung resultiert dem Institut zufolge daraus, dass die RBI von der Österreichischen Prüfstelle für Rechnungslegung einer regulären Prüfung nach § 2 Abs. 1 Z 2 RL-KG (Rechnungslegungs-Kontrollgesetz) unterzogen wurde. Die RBI erwarte, dass das vorläufige Prüfungsergebnis in den nächsten Monaten per Bescheid bestätigt wird, heißt es.

2014 war ganz anders

Gegenstand der Prüfung waren der RBI-Konzernabschluss 2014 sowie der RBI-Halbjahres-Finanzbericht 2015. Die Verschiebung von Aufwendungen von 124,1 Mio. Euro führte zu einer Anpassung des Konzernfehlbetrags 2014 auf 616,8 Mio. Euro, heißt es; dadurch seien diese Aufwendungen nicht im Konzernergebnis 2015 enthalten.

Der Gesamtbetrag von 124,1 Mio. Euro setzt sich laut RBI aus zwei Faktoren zusammen: 93,4 Mio. Euro Aufwand für die Wertminderung des Firmenwerts der Raiffeisen Polbank und 34,1 Mio. Euro Aufwand für Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen, der weiters in einem latenten Steuerertrag von 3,4 Mio. Euro resultierte.

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