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Die Sonne geht so bald nicht auf © AFP/Toru Yamanaka

Japans Premier Shinzo Abe hat kein Glück, die Wirtschaft lahmt trotz aller Geldspritzen. Coface stuft das Land jetzt herab.

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Japans Premier Shinzo Abe hat kein Glück, die Wirtschaft lahmt trotz aller Geldspritzen. Coface stuft das Land jetzt herab.

reinhard krémer 08.04.2016

Die Sonne geht so bald nicht auf

Das globale Wachstum schleicht trotz extrem expansiver Geldpolitik dahin, befürchtet der Kredit­versicherer ­Coface.

WIEN.Derzeit teilt die Weltwirtschaft die aktuellen Charakteristika der japanischen Wirtschaft, nämlich niedriges Wachstum trotz extrem expansiver Geldpolitik, meldet der Kreditversicherer ­Coface.

Der Liquiditätsüberschuss an den Finanzmärkten erhöht die ­Volatilität. Hinzu kommen drei verstärkte Risiken für Unternehmen im internationalen Handel: die Abschwächung in China, die Ausschläge an den Rohstoffmärkten und steigende politische Unsicherheiten. Vor diesem Hintergrund hat Coface gleich sieben Länder herabgestuft. Japans Wirtschaft beklagt eine enttäuschende Konsumentwicklung. Die Aufwertung des Yen in diesem Frühjahr und die ausbleibenden Effekte der Regierungsinitiativen („Abenomics”) veranlassten die Bank of Japan, negative Zinsen einzuführen.

Spannungen und Unsicherheiten

Nachdem Coface das Land der „Aufgehenden Sonne” im Jänner 2016 auf die Beobachtungsliste gesetzt hatte, erfolgte nun die Abwertung in der Länderbewertung in A2. Malaysia, jetzt in der Bewertungsstufe A3, leidet unter dem Verfall der Rohstoffpreise und dem Skandal um den Staatsfonds 1MBD.

Die Zuversicht der Investoren ließ vor dem Hintergrund eines hohen Haushaltsdefizits und niedriger Nachfrage aus dem Ausland nach; die wachsenden politischen Risiken verschärfen die Probleme.
Das Sultanat Oman (jetzt A4) ist weiter eines der Länder in der Region, die am anfälligsten für Ölpreisveränderungen sind. Die kurzfristigen Produktionskapazitäten sind begrenzt, und die Einnahmen aus dem Ölgeschäft, die fast 85% der Staatseinnahmen ausmachen, sind im Jahr 2015 um 36,3% eingebrochen.
Die Exporte aus Kasachstan (jetzt Länderbewertung C) nach China gehen zurück. Zugleich ist das Land von der Rezession in Russland und den niedrigen Ölpreisen betroffen.
Saudi-Arabien (A4, jetzt auf ­„negative watch”) erlebt ein steigendes Staatsdefizit. Die Preise bleiben niedrig, die Zuversicht der Unternehmen beginnt zu bröckeln.
Bis jetzt ist Kuwait (A2, auf ­„negative watch”) zwar am wenigsten von der Malaise an den Rohstoffmärkten betroffen.
2016 könnten sich allerdings sowohl die Finanzlage der öffentlichen Haushalte sowie der Saldo der Leistungsbilanz verschlechtern.

Steigende politische Risiken

Die zunehmende politische Instabilität könnte sich ernsthaft auf die Volkswirtschaften auswirken, die schon vom global gebremsten Wachstum getroffen sind. So ist Armenien mit D nun in der niedrigsten Stufe der Coface-Länder­bewertung.

Die Rezession in Russland schlägt auf Armenien durch. So ist die Beschäftigung armenischer Arbeitskräfte in Russland um fünf Prozent zurückgegangen.
Die Bevölkerung ist zunehmend unzufrieden mit der Korruption im Land und der schwachen Wirtschaftsleistung. All das zusammen wirkt negativ auf die soziale und politische Lage.

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