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Jahresendrallye an den Börsen bahnt sich an © AFP/Bryan R. Smith
© AFP/Bryan R. Smith

Reinhard Krémer 10.11.2017

Jahresendrallye an den Börsen bahnt sich an

Die Vorzeichen stehen günstig für weitere kräftige Kursgewinne – Korrekturen sind möglich.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Die Aktienmärkte laufen seit geraumer Zeit im Galopp, und nichts scheint sie auf Dauer bremsen zu können. Doch was in „normalen” Zeiten Grund zu erhöhter Wachsamkeit wäre, lässt Anleger jetzt jubeln: Alle Anzeichen stehen auf ein fulminantes Jahresende.

Die Konjunktur brummt

Und so geht auch die Privatbank Krentschker mit einem optimistischen Ausblick auf die internationalen Aktienmärkte in die letzten Wochen dieses Jahres.

Die Argumente für eine Jahresendrallye bei Aktien sprechen durchaus für sich, so die Analyse von Krentschker: Die gute weltweite Konjunktur, niedrige Zinsen und solide Dividendenrenditen schaffen den Rahmen, der Aktien gegenüber den „Hauptkonkurrenten” bei Investments, nämlich den Anleihen, für Investoren eindeutig attraktiv macht. Ähnlich positiv bewertet die gebürtige Österreicherin Ute Heyward, Portfoliomanagerin für Wandelanleihen bei Fisch Asset Management, die aktuelle Lage: „Die Chancen auf eine Jahresendrallye stehen auch dieses Jahr gut: Die globale Wirtschaftsentwicklung läuft über alle Regionen hinweg sehr positiv und synchron. Der Gegenwind vonseiten der Notenbanken hält sich noch in Grenzen – selbst in den USA”, ist Heyward überzeugt.

Bewertungen sind hoch

Allerdings sollten Anleger die Risiken nicht unterschätzen: Die Aktienmärkte sind hoch bewertet, vor allem US-Titel, und preisen eine perfekte Entwicklung ohne größere Störungen ein: „Hier können unerwartete Komplikationen, etwa geopolitischer Natur – Stichwort Nordkorea – schnell eine kurzfristige Korrektur auslösen.”

Die Lage ist also weiterhin rosig – doch wo gibt’s jetzt was zu verdienen? „Wir setzen auf Wandelanleihen als Aktieninvestment mit Airbag. Regional favorisieren wir derzeit zyklische japanische Titel, die von der lockeren Geldpolitik der Bank of Japan und der positiven Wirtschaftsentwicklung profitieren”, sagt Ute Heyward. Ein gutes Beispiel für die Expertin ist hier ANA Holdings, die größte Fluggesellschaft des Landes. „Des Weiteren finden wir Micron Technology spannend. Der US-Chiphersteller ist ein Nutznießer des ‚Internet of Things'-Booms.”

OMV und AT&S

Bei der Privatbank Krentschker schätzt man die heimische OMV, die derzeit eine Dividendenrendite von rund 2,5% bietet.

Auch bei der Erste Group gibt es interessante Neuempfehlungen. So hat man den Leiterplattenhersteller AT&S mit einem Kursziel von 24,3 € neu auf die Kaufliste gesetzt. Der Produktionsstart der neuen Leiterplattengeneration SLP verspricht eine Geschäftsausdehnung und positive Wachstums- und Ertragsdynamik über viele Quartale, meinen die Erste Group-Analysten. Ebenso zum Kauf empfohlen werden Palfinger (Kursziel 40,1 €), Strabag (42,9) und UBM (46,5). Die Aktien des Zucker- und Stärkeproduzenten Agrana hat man nach den jüngsten Kursanstiegen auf „akkumulieren” gesenkt.
In den letzten Tagen überschlagen sich die Kaufempfehlungen rund um den Globus nach positiven Unternehmenszahlen – ausgewählte hier im Schnelldurchlauf: Das US-Investmenthaus Jefferies & Co rät zum Kauf von PayPal (Mehrumsatz durch die digitale Brieftasche Venmo); die Investmentbank Equinet hat das Kursziel des Karrierenetzwerk-Betreibers Xing von 300 auf 310 € angehoben.

Weitere Aktien im Fokus

Weitere Kaufempfehlungen: Volkswagen (der Autohersteller werde zu einem wahren „Cashflow-Monster”, meint man bei der UBS), Airbus Group (Barclays, JP Morgan, Deutsche Bank), Infineon (UBS), Adidas (Baader Bank, Kepler Cheuvreux), Henkel (Warburg Research), Ryan-Air (JP Morgan).

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