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Österreichs Factoring wächst auf 20 Milliarden © Raiffeisen Factor Bank
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Chris radda 26.06.2015

Österreichs Factoring wächst auf 20 Milliarden

Factoring Gerhard Prenner und Andreas Bene (re.) holen sich als ­Vorstände der Raiffeisen Factor Bank ein immer größeres Stück vom Kuchen des nun auch in Österreich boomenden Factoring-Markts. Die moderne Unternehmens­finanzierungsform punktet mit Liquidität, besserer Bonität und Tempo.

Wien. „Erfolgreiche Unternehmen verkaufen nicht nur ihre Produkte und Dienstleistungen, sondern auch ihre Forderungen”, sagt Andreas Bene, Vorstand der Raiffeisen Factor Bank: „Unser beeindruckendes Wachstum kommt nicht nur vom angestammten Factoring mit österreichischen KMUs, sondern immer mehr von großen, auch international tätigen Unternehmen, die Factoring als moderne Unternehmensfinanzierungsform erkannt haben.”

Vorstandskollege Gerhard Prenner ergänzt: „Wir sind jetzt in Österreich nach Jahren der Verspätung im richtigen Receivables-Financing-Geschäft in Europa angekommen.” Und auch für die nächsten Jahre sehen Bene und Prenner ein rasantes Wachstum des Factoring-Geschäfts in Österreich: Während in UK derzeit rund 16% des BIP über Factoring abgewickelt werden, und Österreichs größte Handelspartner Deutschland 6%, Italien und Frankreich bis zu 11% ihres BIPs über Factoring finanzieren, liegt der heimische Anteil des Factoring am BIP bei 5% – Tendenz steigend; Gerhard Prenner: „Neben einem gesunden, starken Wettbewerb und neuen Factoring-Produkten wie Reverse Factoring kommt das Wachstum vom klassischen In-House-Factoring, wo die Marktnachfrage ungebrochen groß ist”, so Prenner. „Wir bewegten mit 30 Mitarbeitern 2014 rund 412.000 Debitoren mit 1,5 Mio. Rechnungen und einem Forderungsvolumen von 3,4 Mrd. Euro, was eine Steigerung um mehr als 70% zum Jahr 2013 darstellt.”

Der Factoring-Markt boomt

Der österreichische Factoring-Markt befindet sich in einer Boomphase: Allein in den letzten drei Jahren von 2012 bis 2014 stieg das Factoringvolumen von knapp 11 Mrd. auf fast 16,5 Mrd. Euro. Dies entspricht 85% Marktwachstum in drei Jahren und machte Factoring zur schnellstwachsenden Finanzierungsform am heimischen Finanzierungsmarkt.
Als jüngstes der österreichischen Factoring-Institute wird das Wachstum der Raiffeisen Factor Bank auch stark durch die immer bessere Einbindung in den Raiffeisen Banken-Sektor und Kooperationen mit den Raiffeisen-Primärbanken, Landesbanken und der RBI getrieben. „Der Großteil des Neugeschäfts entfällt auf den Sektor, aber auch die eigenen Vertriebsanstrengungen wurden intensiviert”, so Andreas Bene.
Auch auf das laufende Jahr blicken Andreas Bene und Gerhard Prenner mit zufriedener Miene: Ein hohes zweistelliges Wachstum konnte im ersten Halbjahr eingefahren werden – dank der hochmodernen IT-Infrastruktur und Software und einem erfahrenen Risikomanagement konnten Kosten und Ausfälle weiter auf einem niedrigen Niveau gehalten werden.

Stabilisierung nach Krise

Durch ihre Nähe zu den Kunden sind Factoringbanken auch feinstoffige Seismografen für die Einschätzung des Realzustands der heimischen Wirtschaft. Gerhard Prenner: „Wir bemerken schon, dass sich das Bestandsgeschäft unserer Kunden stabilisiert hat. Es gibt erste Anzeichen von steigenden Bestandsumsätzen in immer mehr Branchen.”
„Für Unternehmer werden in Zeiten von Basel III die bessere Bonität und die rasche Liquidität noch am selben Tag durch den Verkauf von Lieferforderungen fixer Bestandteil in der Finanzierung”, so Andreas Bene.

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