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ÖVAG umgebaut, Union kommt © Union Investment

Union-Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke will „Geschäft ausbauen”.

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Union-Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke will „Geschäft ausbauen”.

10.07.2015

ÖVAG umgebaut, Union kommt

Volksbank Wien-Baden ist neues Spitzeninstitut Zerlegung der alten Volksbanken AG wird von Fondsriese Union Investment zu Einstieg genutzt

Deutsche Union Investment übernimmt Kapitalanlagefirmen mit 5,4 Mrd. Euro. verwaltetem Volumen.

Wien. Am Freitag hat das Handelsgericht Wien den Spaltungsbeschluss verfügt – damit ist die alte Volksbanken AG (ÖVAG) offiziell begraben: Bankchef Stephan Koren ist seit Samstag Chef der ÖVAG-Bad-Bank Immigon. Das Restvermögen wird bis Ende 2017 abgebaut. Der zentrale Spitzeninstituts-Teil ging dagegen an die Volksbank Wien-Baden: Sie ist das neue Spitzeninstitut des Volkbanken-Sektors und will in der neuen Struktur den Überschuss des Verbunds auf rund 200 Mio. Euro erhöhen.

„Es sind jetzt alle notwendigen Beschlüsse gefasst, um mit internen Umstrukturierungen und den angekündigten Fusionen einen soliden, rein österreichischen Bankenverbund aufzubauen”, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Leo Chini. Der neue Haftungsverbund tritt ab sofort in Kraft.
Mit 52 Standorten in Wien und Niederösterreich ist die Volksbank Wien-Baden die größte Volksbank in Österreich. Seit dem 4. Juli 2015 ist sie zudem Zentralorganisation für Österreichs Volksbanken.

Union kaufte bei ÖVAG ein

Dabei kam es auch zu einem ­Deal, mit dem ein großer Player der deutschen Fondsbranche in Österreich ausbaut: Das deutsche Fondshaus Union Investment übernimmt zwei Fondsgesellschaften der alten ÖVAG. Erworben werden von der Union Asset Management Holding AG 100% der Volksbank Invest Kapitalanlagegesellschaft m.b.H sowie 94,5% der Anteile an der Immo Kapitalanlage AG, teilte die zur DZ-Bank-Gruppe gehörende Union Investment mit. Die restlichen 5,5 Prozent der Immo KAG gehen auf die Volksbank Wien-Baden über. Das Closing ist für das laufende dritte Quartal geplant. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. In der Branche war von einer mittleren zweistelligen Millionensumme die Rede.
Die bisherige VB Invest und Immo KAG verwalten Vermögen in Höhe von 5,4 Mrd. Euro (Stand Ende Juni). Beschäftigt sind in den beiden Gesellschaften zusammen 45 Mitarbeiter. Die VB Investment bietet 42 Wertpapierfonds an, die Immo KAG einen Offenen Immobilienpublikumsfonds. Die VB Invest werde unter dem Markendach der Union Investment firmieren, die Immo KAG voraussichtlich ihre Marke beibehalten.
Union Investment nutze mit dem Kauf die Möglichkeit, den Marktauftritt in Österreich zu stärken und weitere Kundengruppen zu erschließen. Bisher war man vor allem im institutionellen Bereich tätig. „Wir wollen nicht nur unser bestehendes institutionelles Geschäft in Österreich kräftig ausbauen”, so Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke.(gst/APA)

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