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Oranger Mehltau © Coface/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Senior Regional Economist Coface Northern Europe, Mario Jung, verglich die politischen Risiken mit Pilzkrankheiten.

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Senior Regional Economist Coface Northern Europe, Mario Jung, verglich die politischen Risiken mit Pilzkrankheiten.

Helga Krémer 09.06.2017

Oranger Mehltau

Coface erwartet in Österreich für 2017 ein solides Wachstum – allen (politischen) Widrigkeiten zum Trotz.

••• Von Helga Krémer

WIEN. Politische Unsicherheiten, wohin das Auge blickt: Sei es der orange Rabauke über dem großen Teich, der leidige Brexit oder – für die Patrioten unter uns – unser eigener politischer Zirkus.

Was dies alles nun für ­Österreichs Wirtschaft bedeutet, beleuchtet Mario Jung, ­Senior Regional Economist Coface Northern Europe. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Standort Österreich wären ja so schlecht nicht, zeigt der Country Risk Overview des internationalen Kreditversicherers Coface: Die Weltwirtschaft nimmt heuer mit einem Wachstum von 2,8% erstmals seit 2014 wieder etwas mehr Fahrt auf. Die für Österreich bedeutenden Volkswirtschaften Deutschland sowie Zentral- und Osteuropa zeigen sich schon seit einigen Jahren sehr robust und dürften dieses Jahr mit Wachstumsraten von 1,6% resp. 3,4% aufwarten.

Wahlen, Gezwitscher & Brexit

Dennoch, die Rahmenbedingungen blieben geprägt von hohen politischen Unsicherheiten, die auch auf die österreichische Wirtschaft – neben hausgemachten Problemen – zurückprallen könnten, befürchten die Coface-Analysten. Da wären, wie Eingangs erwähnt, das heimische politische Parkett mit Blick auf den unsicheren Ausgang der vorgezogenen Neuwahlen zum Nationalrat und damit auch eine mögliche Neujustierung im Verhältnis zu Europa. Ein dauernd twitternder US-Präsident Trump, dessen wirre Linien in Handels-, Wirtschafts-, Außen- und Sicherheitspolitik im Allgemeinen ein großes Risiko für die verflochtene Weltwirtschaft bergen. Und eben der Brexit. USA und Großbritannien sind die österreichischen Export­destinationen Nummer zwei und acht mit einem Warenvolumen von rund 13 Mrd. €. Daher werde für hiesige Unternehmen weiterhin das Wechselkursrisiko Thema sein, heißt es bei Coface.

„Diese Unsicherheiten liegen wie Mehltau über Österreichs Wirtschaft und könnten bei Eintreten das Wirtschaftswachstum spürbar abbremsen. Aber wir sind positiv und erwarten ein solides Wachstum”, so Mario Jung. Österreich solle 2017, so Coface, um 1,8% wachsen. Eine eine wichtige Wachstumsstütze bleibe der private Konsum, trotz anziehender Inflation.

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