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Raiffeisen Factor Bank legt ordentlich zu © Raiffeisen Factor Bank/David Sailer
© Raiffeisen Factor Bank/David Sailer

Redaktion 04.11.2016

Raiffeisen Factor Bank legt ordentlich zu

Factoring ist stark gefragt, sagen die Raiffeisen Factor Bank-Vorstände Andreas Bene und Gerhard Prenner.

WIEN. Factoring legt in Österreich einen außergewöhnlichen Siegeszug hin: Die Branche wächst, gemessen am aufgekauften Forderungsvolumen, zweistellig, wie die Vorstände der Raiffeisen Factor Bank, ­Andreas Bene und Gerhard Prenner, ­berichten: „Der Gesamtmarkt legte um elf Prozent zu.”

Von 2011 bis 2015 wuchsen die Volumina um 106%, nämlich von 8,87 Mrd. auf 18,264 Mrd. €.

Österreich holt auf

Diese Zuwachsraten sind, besonders in der Finanzbranche, außergewöhnlich. Und trotzdem hat in Österreich im europäischen Kontext Factoring deutlichen Aufholbedarf: Vergleicht man nämlich den Factoring-­Anteil am BIP, so liegt der Durchschnitt in Europa bei zehn Prozent. Es führt Belgien mit 14,9%, gefolgt von Großbritannien mit 14,7% und Portugal mit 12,8% Anteil am BIP.

Österreich liegt in diesem Vergleich mit 5,2% noch weit hinter dem EU-Schnitt von 10,2% (siehe Grafik).

Factoring immer beliebter

Die Finanzierungsform ist hierzulande sehr beliebt, und zwar quer durch alle Branchen: Zu den Top-10 zählen die Kfz-Zulieferer und die Elektronikindustrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Textilproduktion/Großhandel ebenso wie die Dienstleister, Spedition und ­Logistik.

Wachstumsdynamik

Die starke Nachfrage wirkt sich naturgemäß auch auf die Raiffeisen Factor Bank aus: „Wir sehen ein Jahr, das weiterhin von Wachstumsdynamik geprägt ist”, sagt der Vorstandssprecher des Instituts, Andreas Bene. „Wir haben in den ersten neun Monaten des Jahres wieder ein zweistelliges Wachstum erzielen können.”

Weil das vierte Quartal in der Wirtschaft immer besonders stark ist, profitiert davon auch das Factoring: „Man sieht ein deutliches Anziehen der Umsätze bei den Kunden”, so Bene.

Beliebt auch bei Großen

Das Produkt Factoring ist in ­Österreich jedenfalls angekommen, ist der Vorstandssprecher der Raiffeisen Factor Bank überzeugt: „Es ist ein Aufholprozess, der sich weiter fortsetzt. Das Wachstum kommt bei uns sowohl von den Großunternehmen, die Factoring auch zur Verbesserung der Bilanz­daten und zur Vorbereitung auf Basel IV nutzen, als auch vom Mittelstand, der entweder exportorientiert ist oder regional verkauft.”

Auch beim Factoring setzen sich individuelle Lösungen durch: „Das Standardprodukt ,Out of the Box’ gibt es nicht mehr”, erläutert Bene. „Jedes Unternehmen sieht andere Vorteile, die es aus dem Produkt ziehen möchte, und so nimmt das ,Customizing’ zu.”
Immer mehr Unternehmen nutzen Factoring auch als Kundenbindungsprogramm: „Das machen Unternehmen mit bester Bonität, um damit großen Abnehmern längere Zahlungsziele zu gewähren und damit wichtige Kunden binden zu können”, erläutert Andreas Bene den Trend. Das sei oft auch ein großer Vorteil für exportorientierte Unternehmen auf dem internationalen Parkett.

Erfolg prolongiert

Die Wirtschaftsprognosen für 2017 sind positiv, sagt Gerhard Prenner, „und davon erwarten wir uns natürlich auch Wachstum. Der heimische Gesamtmarkt könnte noch heuer die 20-Milliarden-Grenze überschreiten.”

Das Volumen der angekauften Forderungen der Raiffeisen ­Factor Bank sollte 2016 auch wieder kräftig wachsen. (red)

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