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So machen Sie Ihr Depot fit für den Urlaub! © Erste Bank/Daniel Hinterramskogler

Expert View Erste-Bank-Wertpapierexperte Friedrich Mostböck sagt, wie Sie Ihr Depot für eine erholsame Zeit präparieren - ohne belastende Blicke auf den Kurszettel.

© Erste Bank/Daniel Hinterramskogler

Expert View Erste-Bank-Wertpapierexperte Friedrich Mostböck sagt, wie Sie Ihr Depot für eine erholsame Zeit präparieren - ohne belastende Blicke auf den Kurszettel.

Andre Exner 30.06.2017

So machen Sie Ihr Depot fit für den Urlaub!

Sommerliche Börsenturbulenzen können die Ferien vermiesen – Experten sagen, wie man dem entgeht.

••• Von Andre Exner

WIEN. Börsenkrisen kennen keine Ferien: Bereits zwei verlustreiche Wochen können den Gewinn von mehreren Monaten oder sogar eines ganzen Jahres ausradieren. Damit die Urlaubsstimmung nicht durch den ständigen Blick auf den Kurszettel gestört wird, bieten sich Absicherungsstrategien an.

Verluste vermeiden

Die einfachste ist – so seltsam das auch klingt – der schlichte Verkauf sämtlicher Wertpapiere. Im Einklang mit der bekannten Börsenweisheit „Sell in May” steigt man dann vor dem Sommer aus und im Herbst wieder ein. „Freilich beraubt man sich durch eine generelle Verkaufsstrategie automatisch jeglicher Gewinnchance, wenn die Kurse im Sommer doch steigen und nicht fallen”, meint Erste-Bank-Wertpapierexperte Friedrich Mostböck. Außerdem mangelt es derzeit an Alternativen, weil man mit Sparbüchern oder sicheren Staatsanleihen bei den aktuell tiefen Zinsen kaum Renditen erwarten kann – und unter dem Kopfpolster sollte das Geld auch nicht liegen.

Auch fallen bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien natürlich Spesen an, die man erst mal wieder verdienen muss – und an den realisierten Kursgewinnen nascht auch der Fiskus mit.
Die wohl beste, weil effizienteste und auch günstigste Lösung ist daher, Stopp-Loss-Limits zu setzen. Der Broker bekommt dabei den Auftrag, eine Aktie zu verkaufen, sobald ein bestimmter Kurs erreicht wird. Je nach Verkaufsbereitschaft und individueller Schmerzgrenze muss beziehungsweise kann man die jeweilige Marke selbst bestimmen. Bei bereits erfolgten Gewinnen sollte man dadurch einfach nicht mehr ins Minus rutschen und sonst zumindest etwaige Verluste begrenzen.
Am einfachsten ist die sogenannte Rasenmäher-Methode, so Mostböck, bei der die Stopps kategorisch zehn Prozent unter den aktuellen Kursniveaus gesetzt werden. „Sinnvoller sind individuelle Limits zu jeder Aktie, die man nach charttechnisch wichtigen Marken festlegen und knapp darunter setzen sollte”, weiß der Erste-Experte. „Ratsam ist es dabei, den Stopp nicht unbedingt bei runden Beträgen zu setzen, sondern knapp darüber. Das schützt bei Verkaufswellen, die den Preis unter dieses Limit drücken wollen.”

Depot aufräumen

Als Alternative kann man eine Vertrauensperson mit einer Depotvollmacht ausstatten. Aber das ist nicht immer eine weise Entscheidung in heißen Phasen und kann auch die beste Freundschaft belasten. Eines sei aber jedem Urlauber empfohlen: ­Ferien sind eine gute Gelegenheit für einen Depotcheck. So wie man vor der Abreise den Kühlschrank durchforstet und abgelaufene Lebensmittel entsorgt, sollte man auch sein Depot ausmisten. Welche Papiere passen überhaupt noch in meine Anlagestrategie? Stimmt bei jeder Aktie noch das Chance-Risiko-Profil? Im Einzelfall ist es mitunter sinnvoll, Gewinne zu realisieren oder eine „Depotleiche” einfach auszusortieren. Denn es ist klar: Geldanlage ist harte Arbeit und das Geld für den Urlaub muss man sich erst einmal verdienen.

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