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Steine auf dem Konjunkturpfad © Bank Austria/Pepo Schuster

Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer: EZB-Fokus auf günstige Finanzierungen für die reale Wirtschaft.

© Bank Austria/Pepo Schuster

Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer: EZB-Fokus auf günstige Finanzierungen für die reale Wirtschaft.

reinhard krémer 18.03.2016

Steine auf dem Konjunkturpfad

Globale Marktturbulenzen sorgen für Konjunktur-Bauchweh in Österreich. Die Aussichten für 2016 bleiben blass-rosa.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Wenn vor 40 Jahren in Chian ein Sack Reis umgefallen ist, hat das in Österreich herzlich wenig interessiert. Heute können auch fernöstliche Schockwellen die ­Alpenrepublik erschüttern.

Nicht genau so, aber so ähnlich präsentiert sich das aktuelle Bild der heimischen Wirtschaft: Globale Unsicherheiten belasten nämlich die Konjunkturstimmung in Österreich, die rund um den Jahreswechsel noch leicht nach oben gezeigt hatte. „Die Sorgen um die internationale Konjunktur trüben mittlerweile die Stimmung in der heimischen Wirtschaft.
Die anhaltenden Verunsicherungen und geopolitischen Probleme machen es zunehmend wahrscheinlich, dass negative Effekte auch in der Realwirtschaft ankommen. Der Bank Austria Konjunkturindikator hat im Februar mit einem Rückgang auf minus 0,1 Punkte bereits reagiert und deutet damit darauf hin, dass sich die sehr moderate Konjunkturerholung in Österreich in den kommenden Monaten verlangsamen könnte”, berichtet Bank Austria-Chef­ökonom Stefan Bruckbauer.

Konsumstimmung besser

Die stabilere Lage am Arbeitsmarkt und die Steuerreform dürften dazu beigetragen haben, dass sich die Konsumentenstimmung im Februar leicht verbessert hat. Dies konnte jedoch den stärksten Einbruch des Industrievertrauens seit Herbst 2008, dem Beginn der Finanzkrise, nicht kompensieren, sagt der Bank Austria-Experte.

Die gute Nachricht: Die zögerliche Aufwärtstendenz der Konjunktur hält vorerst an, auch wenn die Stimmung in Österreich durch globale Wachstumssorgen belastet ist

Die Ökonomen der Bank Austria gehen jedoch davon aus, dass ­etwaige realwirtschaftliche Folgen der Verunsicherungen für die österreichische Wirtschaft durch die zusätzlichen Impulse für den Konsum aufgrund der Steuerreform ausgeglichen werden können.
Das Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr 2016 wird daher unverändert mit 1,5 Prozent prognostiziert und ist damit etwas stärker als im Vorjahr.

Finanzierungen für KMU

Die Europäische Zentralbank hat angesichts der niedrigen Inflationsaussichten und der schwachen Kreditnachfrage weitere unkonventionelle geldpolitische Lockerungsmaßnahmen angekündigt. „Nach meiner Einschätzung hat die EZB jüngst ein überraschend aggressives Gesamtpaket geschnürt und dabei den Fokus auf das ausgerichtet, was wirklich zählt: Günstige Finanzierungen für die reale Wirtschaft verfügbar zu machen”, meint Bruckbauer.

Die Maßnahmen können vor allem auch Klein- und Mittelbetrieben in einem belasteten regulatorischen Umfeld für die Banken zu günstigen Finanzierungsbedingungen verhelfen.

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