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Volksbank-KMU-Milliarde rollt auch 2017 wieder © Volksbank
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reinhard krémer 14.04.2017

Volksbank-KMU-Milliarde rollt auch 2017 wieder

CEO Gerald Fleischmann sagt im medianet-Interview, wie er Unternehmern unter die Arme greifen will.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Den Volksbanken geht´s wieder gut, berichtet Volksbank-Generaldirektor Gerald Fleischmann: „Wir haben nach der Aufspaltung seit Mitte 2015 einen Fusionsmarathon hinter uns gebracht. Von ursprünglich 56 Volksbanken sind wir jetzt auf 14.” Allein 2016 wurden 17 Banken fusioniert, berichtet der Volksbank-CEO.

Plus bei Provisionserträgen

Trotz aller Umstrukturierungenn war 2016 erfolgreich: „Wir konnten die Provisionsergebnisses steigern – das ist nicht leicht in diesem Marktumfeld. Eine der großen Sorgen war zusätzlich, dass die Organisation durch diese Vorgänge gelähmt ist und auf den Markt vergisst”, sagt Fleischmann. Wie alle Banken waren die Zinserträge rückläufig: „Hochverzinste Kredite und Anleihen verlassen die Bilanz.”

KMU-Milliarde läuft wieder

Die Volksbanken verstehen sich als KMU-Finanzierer, so der Volksbank-General: „Das liegt in unseren Genen. Wir haben im Herbst 2016 die KMU-Milliarde ausgerufen (medianet berichtete; Anm.) und eine Milliarde Euro Kreditvolumen den KMU gewidmet. Da sind wir noch nicht ausverkauft; wir stehen ungefähr bei der Hälfte. Da wollen wir jetzt wieder sehr aktiv hinausgehen.”

Durch verschiedene Beschränkungen waren die Volksbanken eine Weile weg vom Finanzierungsmarkt: „Jetzt gehen wir zu Unternehmen, wo wir seinerzeit sagen mussten: ,Das geht jetzt nicht' und sagen: ,Jetzt können wir wieder finanzieren'”, erläutert Gerald Fleischmann. Man habe Kapital gehortet, um zu wachsen und verfüge über ausreichend Liquidität. „Wir bemerken eine verstärkte Nachfrage vom Rückgrat der Wirtschaft, den mittelständischen Unternehmen. Die Kunden sind sehr dankbar, dass da ein Finanzierer wieder da ist.”
Die Volksbanken, stark bei Projekt-, Immobilien- und Tourismusfinanzierungen engagiert, wollen KMUs aktiv Neukredite zu fixen Zinsen für fünf bis zehn Jahre anbieten: „Wir switchen auch bei Bestandskunden variabel auf fixe Zinsen. Denn wenn die Zinsen wieder steigen – zwar nicht im nächsten Jahr, aber irgendwann passiert´s –, dann wollen wir unsere Kunden risikotechnisch abgesichert wissen”, so Fleischmann. Für die KMUs will man im zweiten Halbjahr auch Digitalisierungsprodukte inklusive Videolegi­timation anbieten.
Am Fondssektor kooperiert man mit der Union Invest; hinter dem Fondsriesen stehen die deutschen Raiffeisenkassen und Volksbanken. Allein die Volksbank Wien schaffte rund 90 Mio. € Bruttoabsatz im ersten Quartal 2017.
Die zweite wichtige Kooperation ist jene mit der TeamBank, über die alle Konsumentenkredite laufen (Marke: Der faire Credit; Anm.): „Die Steigerungen sind exorbitant”, sagt der Volksbank-Chef. Eine weitere gute Nachricht bezieht sich auf die Vorschriftsebene: „Wir werden ungefähr bei 12,5 Prozent Kernkapital liegen”, so Fleischmann. Durch gute Ratings von Moody´s und Fitch sei man auf der Emissionsseite wieder kapitalmarktfähig: „Wir haben ein Triple A-Rating von Moody´s für unsere gedeckten Schuldverschreibungen bekommen”, sagt der Volksbank-CEO.

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